19-Jähriger nach Diebstählen verurteilt: Ein Halterner Coup platzte nach „Kamera-Alarm“

rnJugendschöffengericht

Nach einer Serie von Straftaten ist ein Teenager so gerade noch einmal am Jugendgefängnis vorbeigeschrammt. In Haltern hatte der 19-Jährige in einer Garage und einer Werkstatt geplündert.

Haltern/Marl

, 27.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrraddiebstähle, Garageneinbrüche, Flaschen-Prügeleien und versuchter Raub: Vor sechs Monaten präsentierte sich ein drogenkranker Teenager (19) in Haltern und Recklinghausen völlig außer Rand und Band. Nach einem „Warnschuss“ am Amtsgericht in Marl steht der Serientäter nun unter Beobachtung.

Das Jugendschöffengericht verhängte gegen den Angeklagten, der auf Rat seines Verteidigers Jens Tuschhoff im Prozess sofort alles zugegeben hatte, eineinhalb Jahre Jugendhaft auf Bewährung. Parallel dazu verknüpften sie die weitere Freiheit des jungen Marlers an die Erfüllung zahlreicher Bedingungen.

Der Serientäter muss binnen der nächsten sechs Monate 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Außerdem muss er sich alle zwei Wochen bei der Drogenberatung vorstellen und zudem spätestens innerhalb der nächsten drei Monate auch eine ambulante Entzugstherapie durchziehen. Andernfalls droht dem 19-Jährigen unverzüglich doch die Verbüßung der eineinhalbjährigen Haftstrafe im Jugendgefängnis.

Dreimal an der Holtwicker Straße zugeschlagen

In Haltern hatte der Angeklagte am 27. September 2019 an der Holtwicker Straße gleich dreimal hintereinander zugeschlagen. Beim ersten Coup legte er sich gegen Mittag aus einer Garage ein Baustellenradio, einen Laubbläser und eine elektrische Heckenschere zum Mitnehmen bereit.

Als der Garagenbesitzer über eine Überwachungskamera auf seinem Handy eine Alarmnachricht erhalten hatte, hatte er sofort einen Bekannten zu der Garage geschickt. Der Mann hätte den Angeklagten kurz danach sogar noch beinahe erwischt. Immerhin war es dadurch aber gelungen, dass der 19-Jährige ohne die bereit gelegten Beutestücke vom Tatort flüchtete.

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Bei zwei weiteren Coups an der Holtwicker Straße war der Angeklagte kurz danach jedoch leider erfolgreich: Erst stahl er aus einem Garten ein Mountainbike, dann aus einer Werkstatt eine Kettensäge und eine Heckenschere.

Mit der Bierflasche an den Kopf geschlagen

In Recklinghausen hatte der der 19-Jährige eine Woche später ebenfalls für Unruhe gesorgt. Im Bereich des Bahnhofs schlug der 19-Jährige auf der Suche nach von ihm dringend benötigten Heroin einem Kontrahenten eine halbvolle Bierflasche zweimal brutal gegen den Kopf. Durch die Hiebe erlitt das Opfer stark blutende Platzwunden, die anschließend im Krankenhaus genäht werden mussten. Drei Tage vorher hatte der 19-Jährige auf ganz ähnliche Art und Weise bereits zwei andere Bekannte in einer Tiefgarage am Bahnhof attackiert.

Mit dem Urteil blieben die Richter am Ende deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig mit dem Urteil wurde der 19-Jährige nach fünf Monaten U-Haft auch wieder auf freien Fuß gelassen.

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