30. Widderclub-Vergleichsschau lockte Politiker und Besucher

Video

2057 Tiere von 341 Züchtern gab es am Wochenende auf dem Prickings-Hof bei der 30. Widderclub-Vergleichsschau zu bestaunen. Unsere Reporter haben mit erfolgreichen Züchtern gesprochen und die Stimmung bei dem Wettbewerb festgehalten.

HALTERN

von Von Mark Pillmann und Hans Deckenhoff

, 11.10.2015, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kerstin Rumps Leidenschaft sind ihre Kaninchen. Auf Messen, Ausstellungen und Schauen versucht die Frührentnerin, Interessenten und Liebhaber für ihre Neuzüchtung zu gewinnen. Denn mit dem Angorawidder beschreitet Rump einen Weg, den vor ihr noch keiner gegangen ist.

Zum ersten Mal versucht ein Züchter, eine Angorawidderzüchtung vom ZDRK, dem Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter, als offizielle Züchtung anerkennen zu lassen. Das damit verbundene fünfjährige Anerkennungsverfahren, in dessen Verlauf rund 200 Elterntiere und 500 Nachkommen gezüchtet werden müssen, hat Rump schon hinter sich.

Bei der 30. Widderclub-Vergleichsschau auf dem Prickings-Hof präsentierte sie am Wochenende ihre Widder nun anderen Züchtern und weckte auch das Interesse einer russischen Besucherin. Sie fragte nach dem Preis. Kerstin Rump schüttelte den Kopf. Verkaufen wollte sie der Dame kein Tier. Da zückte diese ein Geldbündel. Geld schien keine Rolle zu spielen.

2057 Tiere ausgestellt

Zum 30. Mal trafen sich die Kaninchenzüchter der deutschen Widderclubs zur Vergleichsschau und kürten dabei unter anderem das schönste Kaninchen der Ausstellung. Mit 2057 Tieren von 341 Ausstellern waren die Hallen des Prickings-Hofs gut gefüllt. Selbst das Oldtimermuseum musste aus Platzgründen geräumt werden.

Ausgerichtet wurde die Schau vom Gelsenkirchener Widderclub W438, der bereits zehn Jahre zuvor auf dem Prickings-Hof die 20. Vergleichsschau veranstaltet hatte. Rund zwei Jahre lang wurde die Veranstaltung vorbereitet. Schirmherrin, Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe, lobte in ihrer Eröffnungsrede die guten Haltungsbedingungen der Kaninchen und bezeichnete die Schau als die „Deutsche Meisterschaft der Widderzucht“.

Auch Halterns stellvertretende Bürgermeisterin, Hiltrud Schlierkamp, und der stellvertretende Landrat, Hilmar Claus, waren zur Vergleichsschau gekommen. Nach ihren Reden ging es mit dem 1. Vorsitzenden des Clubs W438, Manfred Wessels, durch die Vergleichsschau. Er erklärte wichtige Bewertungskriterien und stellte die Besonderheiten der einzelnen Züchtungen vor.

Jetzt lesen

Am Ende der Vergleichsschau erfolgte die Preisvergabe. Unter anderem wurden Rassemeister, Rassevizemeister, Sieger und Klassensieger mit prämiert. Als das „Beste Tier der Schau“ galt der wildfarbene Zwergwidder von Jürgen Steinwender. Einer der ersten Plätze ging auch nach Sythen. Heinz David erreichte mit einer Züchtung 98 von 100 Punkten.

"Vertrauensvolle Hände" sind wichtig

Und Kerstin Rump, die Züchterin der Angorawidder – wie hat sie auf das zweite Angebot der russischen Dame reagiert? „Ich habe abgelehnt“, sagt sie und erklärt: „Es sind meine Zuchttiere und auch wenn ich prinzipiell einige meiner Tiere verkaufen würde, gebe ich sie doch nur in vertrauensvolle Hände ab.“ Geld spielt manchmal eben wirklich keine Rolle.  

 

 

Lesen Sie jetzt