32-jähriger Halterner verärgert: „Ich kandidiere unfreiwillig für die UBP“

rnKommunalwahl 2020

Wenige Wochen vor der Kommunalwahl gibt es rund um die UBP einen kuriosen Streit in Haltern. Ein Halterner wirft UBP-Bürgermeister-Kandidat Eugen Ulanowski vor, ihn getäuscht zu haben.

Haltern

, 25.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viktor Zeller aus Haltern behauptet, dass er unfreiwillig und ohne sein Einverständnis bei der kommenden Kommunalwahl für die als konservativ geltende Unabhängige Bürger Partei (UBP) antritt. Wie ist das möglich? „Ich will gar nicht kandidieren. Ich bin da offensichtlich in eine Falle getappt“, sagt er.

Vor wenigen Wochen sei er von UBP-Bürgermeisterkandidat Eugen Ulanowski kontaktiert worden. Ulanowski, so erklärt der junge Mann, sei ein „Bekannter und Versicherungsmakler“ seiner Eltern. „Er hat mich nach meinen Daten gefragt und wollte, dass ich seine Kandidatur als Bürgermeister in Haltern unterstütze.“ Daraufhin sei er auch der Bitte nachgekommen, „etwas zu unterschreiben“. „Aber ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet und worauf ich mich da einlasse. Mein Vertrauen wurde von Herrn Ulanowski missbraucht“, so Zeller.

„Das war mir nicht bewusst“

Zu seiner Verwunderung habe sich nun für ihn herausgestellt, dass er mit der Unterschrift auf dem Formular seine Einwilligung als UBP-Kandidat gegeben hat und in der offiziellen Liste der Ratskandidaten für den Wahlbezirk 17 geführt wird. Seine Frau Adel kandidiere, „ebenfalls unfreiwillig“, für den Wahlbezirk 19. „Das war mir nicht bewusst. Wir sind politische Laien und wollen mit dieser Partei nichts zu tun haben. Mit den meisten Forderungen auf den Wahlplakaten können wir uns auch nicht identifizieren.“

Er habe einen Anwalt um Beratung gebeten und auch das Wahlbüro der Stadt kontaktiert. „Die Verwaltung hat mir mitgeteilt, dass die Unterlagen form- und fristgerecht eingereicht wurden“, so Zeller. „Rechtlich kann man da wohl nichts machen.“

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Das bestätigt Halterns Stadtsprecher Georg Bockey. „Für einen Rückzieher ist es schlichtweg zu spät. Die ersten Briefwähler haben bereits ihre Stimmen abgegeben.“ Sollte Viktor Zeller tatsächlich in den Rat gewählt werden, so könne er aber „sein Mandat nach der Wahl nicht annehmen“. Zudem bestünde für den jungen Mann eventuell die Möglichkeit, zivilrechtliche Schritte gegen Eugen Ulanowski einzuleiten. Das sei eine Angelegenheit, die die beiden miteinander zu klären hätten.

Berufliche Nachteile?

Hat Eugen Ulanowski die Familie Zeller arglistig getäuscht? „Nein“, wiegelt der Bürgermeisterkandidat der UBP ab. Ulanowski: „Es sind alle damit einverstanden gewesen, auf dem Wahlzettel zu stehen.“ Schon 2014 hätten sie schließlich für die UBP kandidiert. „Sie wollen aber nun nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten, weil sie dadurch wohl auch berufliche Nachteile befürchten“, meint Eugen Ulanowski. Ihm selbst sei nicht bewusst gewesen, dass die einzelnen Kandidaten der Wahlbezirke in der Zeitung öffentlich vorgestellt werden. „Daher tut es mir in gewisser Weise auch leid, dass es nun für diese Irritationen sorgt.“

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Von einer Entschuldigung will Viktor Zeller allerdings nichts wissen. Er macht stattdessen deutlich, weitere Personen, darunter auch seine Eltern, von Herrn Ulanowski getäuscht worden seien. „Die Texte, die zur Kandidatenvorstellung meiner Eltern in der Zeitung standen, waren auch nicht von Ihnen.“ Ob Viktor Zeller will oder nicht, im Rahmen der Kommunalwahl 2020 werden sein Name und auch die Namen seiner Frau und Eltern weiter auf den Stimmzetteln zu finden sein.

In der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick gab es kürzlich einen ähnlichen Vorfall in Zusammenhang mit der UBP: Dort erfuhr eine Rentnerin von ihrer Kandidatur für die UBP erst aus der Zeitung.

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