348 Hühner leben im ersten mobilen Hühnerstall Halterns

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Christa Stockhofe (25) geht in der Tierhaltung neue Wege. Mit ihrem mobilen Hühnerstall möchte die Flaesheimerin lokale Produkte fördern.

Flaesheim

, 28.09.2018, 05:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

348 Hühner sind es, die sich auf circa 600 Quadratmetern tummeln. Frei laufen sie herum und picken im Gras. Doch der Zaun, der sie umgibt, ist kein üblicher für Hühner. Und auch der Stall, der in der Mitte der Wiese platziert ist, ist besonders. Denn beides sind Elemente des fahrbaren Hühnerstalls von Christa Stockhofe (25) – dem wohl einzigen Hühnerstall dieser Art in Haltern.

348 Hühner leben im ersten mobilen Hühnerstall Halterns

Die Tiere tummeln sich auf dem Acker und legen im Inneren des Stalls ihre Eier. © Radtke

Er sieht aus wie ein Lkw-Anhänger und steht nun seit knapp zwei Wochen an der Ecke Flaesheimer Damm/Flaesheimer Straße. Die Eier, die die Hühner legen, werden direkt in der Hütte an der Straße zum Verkauf angeboten. Und zwar auf Vertrauensbasis, zumindest bis der geplante Automat in der Hütte folgen wird. „Die Menschen achten vermehrt auf ihre Ernährung und fordern regionale Produkte aus artgerechter Haltung“, so Stockhofe. Das biete der mobile Hühnerstall. „Hier eben reinzuschauen, dauert nicht einmal eine Minute und die Hütte hat 24 Stunden geöffnet“, so Stockhofe. Negative Erfahrungen hat die Flaesheimerin noch nicht gemacht, bisher bezahlten alle Kunden. Nur einmal „fehlten ein paar Cent“. Das war verkraftbar.

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Kinder können die Tiere füttern

Ebenfalls im Inneren der Hütte gibt es Kartoffeln vom Bauern Hubertus Natrop, dem der insgesamt circa ein Hektar große Acker, auf dem die Hühner leben, gehört und der mit Christa Stockhofe zusammenarbeitet. Und dann wäre da noch das Futter für die Hühner. „Das“, so Stockhofe, sei „schön für die Kinder. Sie können die Tiere füttern und gleichzeitig sehen, wo das Frühstücksei herkommt“.

Die Vorteile des mobilen Hühnerstalls seien klar: Nach zwei Wochen wird der Zaun einfach um ein paar Meter versetzt, sodass sich der Boden wieder erholen kann. „Bei einem festen Stall wird der Boden sehr hart und ist vom Kot überdüngt. Da sind dann irgendwann keine Würmer mehr im Boden“, erklärt Stockhofe. Die Würmer gehören zur Nahrungsquelle der Hühner und lockern gleichzeitig den Untergrund auf.

348 Hühner leben im ersten mobilen Hühnerstall Halterns

Eier und Kartoffeln gibt es in der Hütte an der Ecke Flaesheimer Straße/Flaesheimer Damm zu kaufen. © Radtke

Hühnerstall funktioniert ohne externe Stromzufuhr

Der bewegliche Hühnerstall sei also besser – für die Fauna und die Flora. Und außerdem funktioniert er komplett ohne externe Stromzufuhr. Zum Schlafen gehen die Tiere in das Innere des Hühnerstalls. Dort, wo sie auch ihre Eier legen. Im Inneren befindet sich ein Futtersilo. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach betreibt die Futterkette, sorgt für die Lichtzufuhr und die Lüftung.

Leben kann die Bäuerin von den 348 Hühnern trotzdem nicht. „Ich mache es nebenbei“, erzählt Stockhofe. Viel Aufwand sei es zudem. Klar, wolle sie mit den verkauften Eiern Geld verdienen und Kunden von außerhalb anlocken. Ausschlaggebend war aber ebenso, dass sie diese Art der Hühnerhaltung gut findet und dass sie „etwas für das Dorf machen und die Menschen vor Ort mit lokalen Produkten versorgen“ wolle, betont sie und muss sich dann erst einmal schnell um ein paar ausgebüchste Tiere kümmern. „Das ist der Vorführeffekt“, sagt Stockhofe lachend.

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