540 Einsprüche gegen zwei neue Windräder in Haltern-Hullern

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Zwei neue Windräder sollen am Ortseingang von Hullern gebaut werden. Hunderte Einwendungen sind jetzt beim Kreis eingegangen. Die Gegner hoffen auf den Einfluss der Stadt Haltern.

Hullern

, 26.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die WWU Wind GmbH mit Sitz in Münster, die schlüsselfertige Windparks, Einzelwindstandorte und Solarparks entwickelt, plant zwei Windräder am Ortseingang von Hullern. Innerhalb des Genehmigungsverfahrens fand jetzt der Erörterungstermin im Kreishaus Recklinghausen statt.

Laut Auskunft von Kreissprecher Jochem Manz waren 540 Einwendungen gegen die neuen Windräder eingegangen. Zum Termin in Recklinghausen kamen zehn Bürger. Anwesend waren zudem unter anderem Fachbereiche des Kreises (der Kreis ist Genehmigungsbehörde), die Betreibergesellschaft und Expertenbüros.

Ob und wann eine Genehmigung für den Bau der Windräder erteilt wird, steht noch nicht fest. Laut Jochem Manz wird aktuell das Protokoll vom Erörterungstermin geschrieben, in dem die Einsprüche niedergeschrieben und bewertet werden.

„Es ist lediglich der erste Schritt im Genehmigungsverfahren getan.“ Das Verfahren laufe weiter – unabhängig von der von Anwohnern eingereichten Klage gegen den beabsichtigten Bau der Energieanlagen.

Verwaltung bittet um Rücksicht auf Vorrangzonen-Planung

Gegner in Hullern vertrauen darauf, dass der Kreis Rücksicht auf ein Anliegen der Stadt Haltern nimmt. Denn die Stadt hat nach Auskunft von Baudezernent Siegfried Schweigmann eine Zurückstellung beantragt – mit Blick auf die beginnende neue Windvorrangzonenplanung für das Stadtgebiet.

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Skeptisch wird das Vorhaben auch deshalb in Hullern gesehen, weil geplant ist, Hullern im Westen durch ein neues Baugebiet abzurunden. Auf dem 2,5 Hektar großen Areal soll ein aufgelockertes Wohngebiet entstehen. Ein Gutachter soll prüfen, ob sich dort auch Kleingewerbe ansiedeln kann. Hullerner fürchten, dass sich beide Verfahren dann im Wege stehen.

Politik: Bauliche Entwicklung wichtiger als Windräder

Dr. Heinz-Werner Vißmann, Kommunalpolitiker aus Hullern, hat allergrößte Bedenken wegen Schall- und Lärmimmissionen durch die neuen, 240 Meter hohen Windräder. Er hofft, dass das Anliegen der Stadt Haltern tatsächlich aufschiebende Wirkung hat.

Im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt im Juni hatten Politiker bereits betont, dass ihnen die bauliche Dorfentwicklung in Hullern im Bereich Buttstraße wichtiger sei als der geplante Bau von Windrädern. Während des Ortsteilsforums in Hullern Anfang des Jahres hatten Hullerner größtes Interesse an der Ausweisung von Bauland geäußert.

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