60 Windräder auf 600 Hektar in der Hohen Mark

Wald nicht mehr tabu

Landschaftsarchitekt Andreas Freese hat 15900 Hektar Stadtgebiet betrachtet und nach geeigneten Flächen für die Windenergie gesucht. Gefunden hat er sie in der Hohen Mark in Lippramsdorf. 60 Windräder auf 600 Hektar würden die Vorstellungen des Landes zur Energiewende bedienen. Der Wald ist nicht mehr tabu.

HALTERN

, 06.07.2016, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
60 Windräder auf 600 Hektar in der Hohen Mark

Windräder in den Halterner Wäldern sind nicht mehr generell tabu

In der Sitzung des Ausschusses Stadtentwicklung/Umwelt stellte Andreas Freese Dienstagabend die von der Stadt in Auftrag gegebene Analyse vor. "Es handelt sich noch nicht um Planunterlagen für die Ausweisung von Konzentrationszonen", stellte er gleich zu Beginn klar. Auf Basis dieser Analyse werden vielmehr die politischen Gremien nach der Sommerpause entscheiden, ob die Stadt durch die Ausweisung von Vorrangzonen die Steuerung wieder in die Hand nimmt oder den Kreis allein über die Genehmigung von Windrädern entscheiden lässt.

Sechs Anträge beim Kreis

Aktuell liegen beim Kreis sechs Anträge aus Lippramsdorf und Bergbossendorf vor sowie fünf aus Hullern. Genehmigungen sind noch nicht erteilt. In Sythen und Lavesum ist der Weg bereitet für acht Anlagen, die neunte ist errichtet und geht Ende Juli in Betrieb. Sechs Windräder speisen aktuell Strom ins Stadtwerke-Netz.

Bei der Untersuchung betrachtete Andreas Freese harte und weiche Tabuzonen. 9100 Hektar sind sogenannte "harte" Zonen: Hier lassen Siedlungen, Wassergewinnungsanlagen oder die Infrastruktur Windenergie nicht zu. 4300 Hektar identifizierte Freese als "weiche" Zone: geschützte Landschaft oder standorttypischer Wald beispielsweise erfordern eine Abwägung. Letztlich ermittelte der Landschaftsarchitekt einen konzentrierten, 600 Hektar großen Eignungsbereich in Lippramsdorf-Eppendorf und -Tannenberg für die Windenergie. "Genau dort, wo der Regionalverband Ruhr vor dem Gerichtsurteil gegen die Stadt Windenergie nicht zulassen wollte, ist jetzt alles möglich", kritisierte Baudezernent Wolfgang Kiski. Zusätzlich sind in Kleinstflächen weitere Windräder in anderen Ortsteilen möglich.

Effektivität entscheidet

"Aber nicht die Anzahl der Windräder ist letztlich entscheidend, um den Anteil an der Energiewende zu leisten, sondern die installierbare Leistung", erläuterte Andreas Freese. Heißt: Die Effektivität der Anlagen entscheidet über deren Anzahl.

"Was sollen wir tun?", fragte sich Dienstag die Politik. Sie muss entscheiden, ob sie das Verfahren wieder aufnimmt und einen Teilflächennutzungsplan aufstellt oder nicht. Bürgermeister Bodo Klimpel gab die Antwort: "Wir werden diese Frage heute nicht beantworten." Nächste Schritte sind Gespräche mit dem Regionalverband Ruhr und den Forstbehörden.

Aber klar ist: Ohne Hohe Mark kommt die Stadt nicht aus, will sie die geforderte Größenordnung für substanziellen Windenergie-Raum bedienen.

Lesen Sie jetzt