80 Meter Böschung am Silbersee II abgebrochen

Nach Regen und Sturm

Nach starken Regenfällen und Sturm ist ein 80 Meter langes und etwas 30 Meter breites Böschungsstück entlang des Franzosenweges im Silbersee II versunken. Dieser Vorfall zeigt, wie gefährlich es ist, sich außerhalb des freigegebenen Sandstrandes, der sich an der Westseite des Sees befindet, aufzuhalten.

SYTHEN

, 02.03.2017, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn der Erdrutsch im Sommer passiert wäre. Denn besonders Wildcamper und Nudisten nutzen die kleinen Buchten am Seerand zum Baden. Holger Gerling, Werksleiter der Quarzwerke Haltern: „Grundsätzlich ist hier ja Naherholung gestattet, ein Baden aber ausschließlich im Bereich des Sandstrandes erlaubt.“ Das betont auch Dr. Eberhard Geisler. Der Geschäftsführer der Silbersee-Gesellschaft hat sich am Dienstag erstmals auch ein Bild von dem Schaden gemacht.

Jogger, Radfahrer und Spaziergänger nutzen den Franzosenweg zwischen dem See und der Münsterstraße seit seiner Fertigstellung gerne, um zwischen Hausdülmen und dem Parkplatz den See zu passieren. „Das ist jetzt erst einmal passé“, sagt Holger Gerling. Spaziergänger hatten am Freitag Mitarbeiter der Quarzwerke herbeigerufen. Diese informierten umgehend die Werksleitung und die wiederum Stadt und Kreis für eine weiträumige Absperrung.

Holger Gerling: „Mit so etwas haben auch wir nach so langer Zeit nicht gerechnet, immerhin endete unser Abbau 2012.“ In den Jahren danach hat das Unternehmen die Böschungen rund um den See abgeflacht und rekultiviert. Zudem wurden Wege wie der Franzosenweg entlang der Böschung neu angelegt, sodass der See aus dem Bergrecht entlassen werden konnte.

Nun ist von dem Zweigweg des Franzosenwegs nur noch ein langes Vlies gegen Unkrautwuchs erkennbar, das über der Abrisskante hängt. Es sollte eigentlich Unkrautwuchs verhindern. Dies braucht es nun aber nicht mehr. Noch ist nicht klar, wer dafür haftet. Der See fällt nicht mehr unters Bergrecht und Eigentümer des Randstreifens ist der Herzog von Croy. „Aber vorrangig kümmern wir uns erst einmal“, sagt Gerling. Aber auch das Bergamt, der Kreis, die Stadt Haltern und alle Eigentümer seien informiert.

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Zunächst muss nun eine Rückführleitung für Wasser aus dem Silbersee III an der Bruchkante erneuert werden, da sie abgerissen ist. Über Dauer und Umfang der weiträumigen Absperrung am See konnte Werksleiter Gerling zu diesem Zeitpunkt keine Angaben machen. „Der Badebetrieb, so er bei schönem Wetter beginnt, ist davon aber nicht betroffen“, beruhigt darum Eberhard Geisler.

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