91-Jähriger fährt auf Münsterstraße dreimal über Rot

Senior im Verkehr

Er fuhr in Schlangenlinien von Dülmen nach Haltern: Am Samstag fiel Zeugen ein 91-jähriger Autofahrer aus Haltern auf, der augenscheinlich sein Fahrzeug nicht mehr im Griff hatte. Die Polizei zog ihn schließlich aus dem Verkehr.

HALTERN

, 08.05.2017, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
91-Jähriger fährt auf Münsterstraße dreimal über Rot

Der Seniorenbeirat lehnt gesetzliche Neuregelungen zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit von älteren Menschen ab.

Die Zeugen befanden sich mit ihrem PKW hinter dem 91-Jährigen auf der Münsterstraße. Er überfuhr drei rote Ampeln, obwohl er mehrfach von anderen Verkehrsteilnehmern mit der Lichthupe gewarnt wurde. Er setzte seine Fahrt mit 80 bis 90 Stundenkilometern auch innerhalb geschlossener Ortschaften fort.

Die Zeugen gaben der Polizei laufend ihren Standort durch, um den Funkstreifenwagen heranzuführen. Die Fahrt ging in Schlangenlinien teilweise im Gegenverkehr weiter, an der Kreuzung am Drügen Pütt geriet der Senior so weit auf die Gegenfahrbahn, das ein links abbiegender Kradfahrer seine Maschine zu Boden kippen musste, um nicht erfasst zu werden.

Fast Kollision mit Rollstuhl

Nachdem es in Haltern in einer Fahrbahnverengung noch fast zu einem Zusammenstoß mit einem Elektro-Rollstuhl gekommen war, hielt der 91-jährige in der Nähe seiner Wohnung an und wurde von den Zeugen angesprochen. Die eintreffenden Polizeibeamten stellten im Gespräch Ausfallerscheinungen fest, die offenbar altersbedingt waren. Sie eröffneten ein Strafverfahren, untersagten die Weiterfahrt und informierten das zuständige Straßenverkehrsamt.

Damit es möglichst nicht zu solchen Vorfällen kommt, hat sich der Seniorenbeirat der Stadt Haltern die Verkehrsschulung älterer Verkehrsteilnehmer auf die Fahnen geschrieben.

"Natürlich werden in solchen Fällen immer wieder die Forderungen nach generellen Überprüfungen der Fahrtauglichkeit von Senioren laut", weiß Otto K. Rode, der 2. Vorsitzende des Halterner Seniorenbeirats. "Wir vom Seniorenbeirat lehnen aber gesetzliche Regelungen ab, die ausschließlich für Senioren gelten sollen. Die Verkehrsunfallstatistik belegt keine Häufung von Unfällen, die durch Senioren verursacht werden. Allerdings werden sie immer häufiger Opfer von Unfällen."

Freiwillige Maßnahmen

Der Seniorenbeirat bietet eine Reihe freiwilliger Maßnahmen an, mit denen ältere Verkehrsteilnehmer ihre Fahrtüchtigkeit schulen können. Dazu gehören Fahrtrainings am Fahrsicherheitszentrum des ADAC. "Das nächste findet am 21. Juni statt", sagt Otto K. Rohde. In Vorbereitung sind individuelle Fahrstunden in zwei Halterner Fahrschulen, für die sich Senioren anmelden können. "Ein Fahrlehrer begleitet den Fahrer eine Stunde lang und weist auf eventuelle Defizite hin", sagt Otto Rohde. "Im Jahreszeitencafé informieren außerdem Experten regelmäßig über neue Regeln im Straßenverkehr und vermitteln die Theorie."

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