Abiturientin startet in Ruanda in großes Abenteuer

Freiwilliger Auslandsdienst

Ende Juli fliegt Klara Schulz aus Lavesum in ein neues Leben – für ein Jahr. So lange wird sie sich in Ruanda für behinderte Kinder engagieren. Die Abiturientin möchte sozial benachteiligten Menschen etwas von dem geben, was sie in ihrer Familie als selbstverständlich erlebt.

LAVESUM

23.07.2015, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abiturientin startet in Ruanda in großes Abenteuer

Klara Schulz aus Lavesum hat steht schon in den Startlöchern für ihren Freiwilligen Dienst in Ruanda Foto: Bischöfliches Generalvikariat Münster

„Es geht um Zuneigung und Verständnis“, sagt Klara. Die 18-Jährige zählt zu den 26 jungen Menschen, die ab diesem Sommer ein Jahr einen freiwilligen Auslandsdienst in Afrika oder Lateinamerika machen. Träger des Dienstes ist das Bistum Münster.

Für ihren Auslandseinsatz hat Klara Vorbilder an ihrer Schule gefunden: Schon mehrere frühere Schüler des Joseph-König-Gymnasiums, an dem sie ihr Abitur mit einem Durchschnitt von 1,5 gemacht hat, haben einen freiwilligen Auslandsdienst geleistet.

Tränen der Freude

„So bin ich auch auf das Bistum Münster gekommen“, erzählt Klara, die in ihrem Jahrgang die einzige Freiwillige ist. Als Anfang Dezember der lang ersehnte Anruf kam, dass sie das Bewerbungsverfahren des Bistums erfolgreich gemeistert hat, seien Tränen des Glücks geflossen, schildert Klara. „Das war das erste Mal, dass ich vor Freude weinen musste“, erinnert sie sich. 

Soziales Engagement ist Klara nicht fremd, denn sie ist Messdienerin und mischt in zwei Leiterrunden in Haltern am See mit. Dazu arbeitet sie ehrenamtlich in der Bücherei der Pfarrei. Während ihrer Schulzeit unterstützte sie außerdem ein Jahr lang ein zugezogenes Kind aus Polen beim Deutschlernen.

Keine Berührungsängste

„Jeder von uns hat die Pflicht, sich für andere einzusetzen“, findet Klara. Auch mit behinderten Kindern hat die 18-Jährige keine Berührungsängste. Sie wuchs als Älteste zusammen mit zwei Geschwistern und einem Pflegebruder auf, der eine Behinderung hat.

Ihn empfinde sie als Bereicherung, meint Klara, und nicht zuletzt deshalb sei ihr früh klar geworden, dass sie später mit behinderten Kindern arbeiten möchte. Vor diesem Hintergrund ist sie auch mit dem Projekt, in das das Bistum sie schickt, sehr zufrieden: „Mir war von Anfang an klar: Ruanda ist meine erste Wahl, weil Arbeiten mit behinderten Kindern mein Ding ist“, sagt Klara.

Der Freiwilligendienst wird ihr diesen Wunsch erfüllen: Klara und ihre Mitfreiwillige Laura werden zwei Projekte mit Kindern in Gahanga und Kabuga unterstützen. Sie werden die meiste Zeit in einem von Ordensschwestern geleiteten Heim arbeiten, in dem mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche leben

. Diese werden sie in Englisch, Mathematik, Kunst und Musik unterrichten und ihre Freizeit gestalten. Die beiden Freiwilligen sollen zudem in einem Physiotherapiezentrum für Kinder helfen. „Dort stellen die Ärzte oft Epilepsie oder Lernbehinderungen fest, das wird sicher eine Herausforderung für uns“, berichtet Klara.

Besonderes Gemeinschaftsgefühl

Vorbereitet hat sie und die anderen Freiwilligen die Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster. Das Gemeinschaftsgefühl in dieser Gruppe beschreibt Klara als besonders: „Man merkt, dass wir alle ähnliche Interessen haben und auf demselben Weg sind“. 

Gemeinsam haben sie sich auf die bevorstehenden Grenzerfahrungen vorbereitet. Auch Seminare, bei denen ehemalige Freiwillige von ihren Erfahrungen erzählen, gehörten zum Programm. Neben dem freiwilligen Dienst möchte Klara viel von dem Land sehen.

Nach Ablauf des Jahres will sie Sonderpädagogik oder Soziale Arbeit studieren. Dass sich diese Absicht im kommenden Jahr festigt, wünscht sich die Lavesumerin für die Zukunft. „Ein Seminar Anfang Juni in Berlin hat mit den letzten Kick gegeben, jetzt möchte ich endlich in das Jahr starten.“

Seit 1991 ist das Träger für Freiwilligendienste im Ausland. 300 junge Menschen haben bislang über das Bistum diesen Dienst in Lateinamerika und Afrika absolviert. 26 kommen 2015 hinzu. Bewerben können sich Interessierte zwischen 18 und 27 Jahren dort jeweils bis zum 15. Oktober für eine Ausreise im folgenden Sommer.

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