Abriss des Brandhauses an der Münsterstraße ist offenbar noch strittig

rnEinsturzgefahr gebannt

Vor neun Wochen hatte ein verheerendes Feuer in einem Mehrfamilienhaus gewütet. Ein Hausbewohner kam dabei ums Leben. Wie es nun mit dem Gebäude weitergehen soll, ist wohl noch strittig.

Haltern

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Am 8. Mai war im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Münsterstraße ein gewaltiges Feuer ausgebrochen. Mit schrecklichem Ausgang: Ein 63-jähriger Bewohner starb an einer Rauchvergiftung. Seine Wohnung im Dachgeschoss, in der das Feuer entstanden war, wurde von den Flammen komplett zerstört. Die beiden anderen Wohnungen in dem Haus fielen den Löscharbeiten zum Opfer. Sie wurden unbewohnbar. Die Zukunft des Mehrfamilienhauses aus dem Jahr 1905 ist dennoch ungewiss.

Tempolimit bleibt bestehen

Offenbar ist nicht endgültig geklärt, ob das Gebäude tatsächlich abgerissen werden soll. Wie der Sprecher der Stadt Haltern, Georg Bockey, auf Anfrage mitteilte, liegt der Stadt bislang noch kein Antrag auf einen Abriss des Mehrfamilienhauses vor.

Dafür ist die Balkenkonstruktion, mit der das ursprünglich einsturzgefährdete Haus abgestützt worden war, inzwischen zurückgebaut worden. Laut Bockey hätten Statiker ermittelt, dass keine Einsturzgefahr mehr bestehe. Die mit Lehm gefüllten Decken des alten Hauses hatten sich mit dem Löschwasser vollgesogen und waren entsprechend schwer geworden. Daraufhin wurden die gewaltigen Stützbalken an dem Haus angebracht. Das Tempo-30-Limit im Bereich des Unglückshauses allerdings soll aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres aufrecht erhalten werden, erklärte der Stadtsprecher weiter.

Sorge um Schadensregulierung

Bei Kirsten Kröger, deren Mutter im Erdgeschoss des Unglückshauses wohnte, mehrt sich indes der Unmut. „Von der Gebäudeversicherung habe ich immer noch keine Informationen zur Schadensregulierung bekommen“, klagt sie. Große Sorgen treiben sie um. Wie war der 63-Jährige, in dessen Wohnung das Feuer ausbrach, versichert? Kann überhaupt eine Versicherung des Brandopfers zur Verantwortung gezogen werden, wenn die Brandursache ungeklärt bleibt? Alle drei Wohnungen im Haus sind Eigentumswohnungen.

Investor meldete bereits Kaufinteresse an

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Kirsten Kröger. Ihre Mutter, die zunächst bei ihr gewohnt hatte und dann in eine Ferienwohnung umzog, werde noch in diesem Monat in eine Mietwohnung ziehen. „Es wäre schön, wenn der Gebäudeversicherer uns endlich über den Wert des Hauses und der Wohnungen aufklären würde“, kritisiert sie. Aber immer noch warte sie auf das Gutachten des Sachverständigen. Dabei hätten Investoren ihr gegenüber bereits ein Kaufinteresse für das Haus an der Münsterstraße bekundet.

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„Und schließlich müssen wir jetzt eine neue Wohnung komplett neu einrichten“, sagt Kirsten Kröger. „Dafür benötigen wir doch Geld. Das kann ich doch nicht alles vorstrecken.“

Sanierung offenbar auch angedacht

Auch das Eigentümer-Ehepaar aus dem ersten Stock hat inzwischen eine Mietwohnung gefunden. Konkrete Auskunft über die weitere Planung im Zusammenhang mit seinem ehemaligen Zuhause, in dem es 36 Jahre lang gewohnt hatte und das am 8. Mai zerstört wurde, lägen noch nicht vor, sagt die Ehefrau, die nicht namentlich genannt werden möchte. Regelmäßig stehe sie mit der Versicherung in Kontakt, Konkretes sei aber zum aktuellen Zeitpunkt noch immer nicht zu erfahren. Von Anfang an aber habe ein Vertreter der Gebäudeversicherung den Eigentümern erklärt, dass auch eine Sanierung des Brandhauses grundsätzlich infrage kommen könnte.

Versicherer hält sich bedeckt

Von der Halterner Vesicherungsagentur, bei der die Gebäudeversicherung für das nun vom Brand zerstörte Haus abgeschlossen worden war, waren keine näheren Auskünfte zu diesem Fall zu bekommen. Aus datenschutzrechtlichtlichen Gründen sei dies nicht möglich, hieß es kurz und knapp.

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