Alle zehn Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter fünf an Hunger - Halterner informieren

Welthungertag

Zum Welthungertag informieren erstmals Initiativen aus Haltern über ihre Arbeit und darüber, was jeder Einzelne konkret gegen Hunger in der Welt tun kann.

Haltern

, 09.10.2019, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alle zehn Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter fünf an Hunger - Halterner informieren

Laden ein zur Infoveranstaltung zum Welthungertag, v.l.: Anna Haverkamp, Frank Roelin, Werner Bünsow, Jamshaid Ali Chowdhury, Margit Bandy-Drewello, Petra Schwarzbich-Efsing, Ragheb Mohammed Sharifi und Burkhard Millner. © Jürgen Wolter

Hunger gilt als eine der zentralen Fluchtursachen der Welt. Grund genug für den Halterner Asylkreis, diesen Aspekt einmal in den Mittelpunkt einer Veranstaltung zu stellen: Am 12. Oktober (Samstag) stehen auf dem Halterner Marktplatz 15 Gruppen und Initiativen mit Informationsmaterial zum Gespräch zur Verfügung.

„Immer wieder hören wir in unserer Arbeit im Asylkreis das Argument, viele Flüchtlinge seien nur Wirtschaftsflüchtlinge“, sagt Petra Schwarzbich-Efsing, die den Anstoß zu der Veranstaltung gegeben hat.

Die Nachricht, dass alle zehn Sekunden ein Kind unter fünf Jahren in der Welt an Hunger stirbt, rüttelte sie auf. „Auf diese Zusammenhänge muss man aufmerksam machen“, sagt sie.

15 Organisationen sind dabei

Sie schaffte es, mithilfe eines Vorbereitungskreises aus den Reihen des Asylkreises 15 Organisationen zur Teilnahme an der Infoveranstaltung auf dem Marktplatz zu bewegen. Mit dabei sind unter anderem die AWO, Ajuda, Unicef, der Leo Club, die Halterner Tafel, die Welthungerhilfe, Brot für die Welt, der Kinderschutzbund, die Caritas oder die Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Gruppen aus Haltern.

„Es gibt drei Stufen des Hungers“, sagt Frank Roelin von der Eine-Welt-AG: „akuten Hunger, chronischen Hunger und Mangelernährung. Insbesondere die letztgenannte ist durchaus auch ein europäisches Problem.“

Deshalb ist auch die Halterner Tafel im Boot, die auch dafür sorgt, dass Menschen in Haltern möglichst mit ausreichend preiswerten Lebensmitteln versorgt werden. „Es ist eine Frage des nachhaltigen Umgangs mit unsere Lebensmittelressourcen“ so Margit Bandy-Drewello, die Kassiererin der Tafel.

Ein weltweites Verteilungsproblem

„Wenn man bedenkt dass immer mehr Mannschen weltweit extrem übergewichtig sind, dann wird klar, dass wir ein massives Verteilungsproblem haben“, ergänzt Burkhard Millner.

Der Infotag zum Welthungertag soll auch der Vernetzung dienen, darauf weis Frank Roelin hin: der Vernetzung der Initiativen, der Vernetzung zu den Herkunftsländern, aus denen die Flüchtlinge zu uns kommen, und der Vernetzung zum Problem unserer eigenen Ernährung.

Die Infoveranstaltung zum Welthungertag beginnt am Samstag (12. Oktober) um 11 Uhr. Stündlich wird eine Glocke im Zehn-Sekunden-Takt läuten, um das Sterben der Kinder zu verdeutlichen.

„Wir wollen aber kein Totengedenken veranstalten, wir wollen konkret aufzeigen, wo und wie der Einzelne selbst tätig werden kann“, so Burkhard Millner. Flüchtlinge stellen ein internationales Büfett zusammen, Kinderaktionen runden das Programm ab. Die Organisatoren hoffen auf reges Interesse der Halterner Bürger.

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