Am 6. September wird die Halterner Sixtuskirche zum ZDF-Studio

rnFernsehgottesdienst

Die Sixtus-Pfarrei fiebert einer Premiere entgegen: Am 6. September überträgt das ZDF erstmals eine Sonntagsmesse aus der katholischen Pfarrkirche. Auf dem Markt wird es ab Freitag eng.

Haltern

, 30.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Wirbel in der Sixtus-Pfarrei: Das ZDF hat die katholische Kirche inmitten Halterns für die Übertragung seines sonntäglichen Fernsehgottesdienstes auserkoren. „Die Vorfreude nebst Anspannung steigen“, sagt Pfarrer Michael Ostholthoff. Immerhin schauen in der Regel bis zu einer Million Menschen zu.

Genau 44 Minuten und 30 Sekunden darf die Messe dauern, da muss jeder Schritt sitzen, jedes Wort bedacht und jeder Musikbeitrag punktgenau enden. Die beiden Ministrantinnen Linda Weisemann sowie Susanna Sajonz sind eingewiesen, die Freiwilligen, die den Telefondienst im Anschluss an den Gottesdienst übernehmen, sind von Christiane Landwehr (Referentin Katholische Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz) für ihre Aufgabe geschult. Aber das ist längst nicht alles, was vorbereitet werden muss.

Pfarrei kann noch Plätze für die Generalprobe vergeben

Die Plätze in der Sixtuskirche sind wegen der Corona-Pandemie auf 75 begrenzt. Sie sind inzwischen alle vergeben. Doch für die Generalprobe hält die Pfarrei noch Karten bereit. Diese findet am 5. September von 17 bis 18 Uhr statt. Auch hierfür bittet die Pfarrei aus gegebenen Gründen um eine Anmeldung (Tel. 9236-262).

Um Streit und Versöhnung geht es in den Bibeltexten des ZDF-Gottesdienstes. „Richtig streiten will gelernt sein“, sagt Pfarrer Michael Ostholthoff. Denn Streit komme in Beziehungen zu anderen immer wieder vor, sei es in der Familie, im Beruf und in der Kirche. Auch in den ersten christlichen Gemeinden gab es Konflikte. Im Evangelium gäbe es daher schon Hinweise, wie man „richtig streitet“.

„Dabei geht es nicht darum, jeden Streit zu verhindern, sondern eine christliche Streitkultur zu etablieren, in der jeder mit anderen Meinungen und Standpunkten respektvoll und konstruktiv umgeht“, so Pfarrer Ostholthoff.

Nach dem Gottesdienst sind Anrufe möglich

In den Fürbitten bitten Vertreter und Vertreterinnen, die in ihren Lebensbereichen auch mit Streit in Berührung kommen, in der Politik, in Beratungsstellen und der Kirche für Frieden und Versöhnung.

Musikalisch wird der Gottesdienst von einem Musikensemble der Kantorei unter der Leitung von Kantor Thomas Drees gestaltet.

Im Anschluss an den Gottesdienst können die Zusehenden und Mitfeiernden bis 19 Uhr unter der Nummer 0700-14141010 (6 ct./min. Festnetz Dt. Telekom, abweichender Mobilfunktarif) Mitglieder der Kirchengemeinde in der Zentralrendantur erreichen. Diese übernehmen in drei Schichten Telefondienst.

Das Wochenende der Übertragung beginnt bereits am Donnerstagabend mit der tageweisen Anreise der Übertragungswagen und dem Aufbau der Licht-, Ton- und Kameratechnik in der Kirche. Laut Auskunft der Stadt parkt der erste Wagen hinter der Kirche.

Der Wochenmarkt findet wie gewohnt statt

Der Wochenmarkt findet am Freitag wie immer auf dem Alten Markt statt. Nachmittags rollen dann zwei weitere Lastzüge vom ZDF mit Ausstattung für Licht und Ton ebenso wie für die Bild- und Übertragungstechnik an. Einer davon wird seinen Platz ebenfalls hinter der Kirche haben, der andere im Bereich der Rossini-Außengastronomie. Das ist mit Christian Zehren und Andy Kleimann besprochen. Das Rossini bekommt vorübergehend auf Kirchengrund Ausgleichsflächen für die Bewirtung seiner Gäste.

Der digitale Satelliten-Übertragungswagen, der ebenfalls am Freitagnachmittag kommt, parkt vor dem Alten Rathaus. Er übermittelt am 6. September das Sendesignal live an die Sendezentrale in Mainz. Etwa 25 Mitarbeiter des ZDF sind im Einsatz, wenn am Samstag Voraufzeichnungen, Ton- und Kameraproben ebenso wie die Generalprobe stattfinden.

Auf die Bitte des ZDF um Unterstützung meldete sich das Hans-Böckler-Berufskolleg. Schülerinnen und Schüler aus dem Fachbereich Medientechnik werden an allen Tagen vor Ort sein und helfen, wo sie können. Dafür sind sie vom Unterricht befreit.

Seit 1979 strahlt das ZDF regelmäßig Gottesdienste am Sonntagmorgen aus, anfangs vierzehntäglich, seit 1986 wöchentlich.

Lesen Sie jetzt