Angeklagter belastet mutmaßliche Komplizin schwer

Überfall aufs Dänische Bettenlager

Jetzt also doch: Der "Bettenlager- und Fressnapf-Räuber" hat am Donnerstag doch noch seine Mittäterin benannt. Die Frau muss jetzt ebenfalls mit einem Prozess rechnen, vielleicht sogar mit ihrer sofortigen Festnahme.

HALTERN/DORSTEN

18.05.2017, 16:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Filiale des „Dänischen Bettenlagers“ ist überfallen worden.

Die Filiale des „Dänischen Bettenlagers“ ist überfallen worden.

Nach Angaben des Angeklagten war die bislang unbekannte Mittäterin an allen sechs Überfällen in Haltern, Marl und Dorsten dabei. Auch die Beute - immerhin rund 20000 Euro - soll 50:50 geteilt worden sein.

Es war bereits der vierte Verhandlungstag und eigentlich hatte nichts darauf hingedeutet, dass sich der 48-Jährige mit derartig brisanten Informationen an die Richter wenden würde. Doch dann gab er seinem Verteidiger Wolfgang Zeitler ein Zeichen - und es ging los.

Fluchtwagen gefahren

"Sie ist immer vor mir reingegangen und hat mir ein Zeichen gegeben, wenn alles okay war", sagte der Angeklagte den Richtern. Manchmal habe sie die Verkäuferin auch in ein Gespräch verwickelt, um sie abzulenken. "Außerdem hat sie den Fluchtwagen gefahren."

Der Ex-Hausmeister hatte die Frau Anfang 2015 über ein Internet-Portal kennengelernt. Sie war Mutter von fünf Kindern und nebenbei Rettungssanitäterin. Geld hatten beide nicht genug. "Wir haben dann in der Zeitung gelesen, dass viele Leute Überfälle machen", sagte der 48-Jährige den Richtern. "Da haben wir das auch gemacht." Es sei aber immer spontan gewesen. "Eigentlich war ich völlig überfordert."

Überwachungs-Video

Im Prozess vor dem Essener Landgericht hatten gleich mehrere Zeugen von einer Frau gesprochen, die möglicherweise mit dabei war. Einmal ist sie sogar auf einem Überwachungs-Video zu sehen. Doch der Angeklagte hatte dazu bislang immer gemauert.

Nun hat er das Rätsel doch noch gelöst. Wohl auch, weil die Freundschaft zu seiner Komplizin schon vor seiner Festnahme abgekühlt war.

In Haltern hatte das Duo am 9. August 2016 eine Filiale des Dänischen Bettenlagers überfallen. Die Tatwaffe war nach Angaben des Angeklagten eine Softair-Pistole, die er auf einem Flohmarkt gekauft und später in einem Müllcontainer in Marl entsorgt haben will. Das Urteil gibt es voraussichtlich Anfang Juni.

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