Angeklagter: "Mir ist die Sicherung durchgebrannt."

Prozessauftakt zum Entführungsfall

Erst würgte er seine in Haltern lebende Noch-Ehefrau, dann entführte er die sechsjährige Tochter bis nach Italien. In Essen hat am Montag der Prozess um ein Familiendrama begonnen. Den Richtern sagte der Angeklagte: "Mir ist die Sicherung durchgebrannt."

HALTERN/ESSEN

04.01.2016, 13:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte hatte seine getrennt von ihm lebende Ehefrau am 1. Juli 2015 angegriffen. Tatort war der Hausflur ihrer Wohnung in Haltern. "Ich habe sie gewürgt", sagte der 39-Jährige den Richtern. "Sie hat immer nur geschrieen - ich wollte, dass sie ruhig ist." Mehrere Nachbarn hatten der Frau damals geholfen. Ihr Gesicht war schon ganz blau angelaufen.

Von Haltern nach Verona

Anschließend hatte sich der Angeklagte seine sechsjährige Tochter geschnappt und die Nachbarn mit einem Obstmesser bedroht. Danach fuhr er von Haltern nach Münster, dann nach Gronau. "Ich wollte einfach nur weg", sagte er den Richtern. Drei Tage war er mit seiner Tochter unterwegs - die Fahrt endete schließlich im italienischen Verona. Dort ließ er sich am Telefon überreden, dass Mädchen doch wieder zurückzubringen.

Urteil

Hintergrund der Tat war offenbar ein Streit um den Verkauf des Eigenheims der Familie. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag, Kindesentführung und Geiselnahme. Mit einem Urteil ist voraussichtlich Anfang Februar zu rechnen. 

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