Anja Döbber erlebt die Flut in Australien hautnah

Auswanderin

"Mir geht es gut, auch wenn mir so langsam Schwimmhäute an den Füßen wachsen. Seit 50 Jahren hat es so was nicht mehr gegeben", schreibt Anja Döbber über die Auswirkungen der heftigen Regenfälle in Queensland/Australien.

HALTERN/BUNDABERG

von Von Elke Rüdiger

, 10.01.2011, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Bundaberg City, erzählte die Wunsch-Australierin am Montag, „stehen einige Straßen und Stadtteile noch unter Wasser und sind unpassierbar. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis hier wieder alles normal ist.“ Der Burnett River, der durch Bundaberg fließt, sei wegen der Regenfälle im Westen weiter angestiegen, für Mittwoch werde ein neuer Hochstand erwartet. „Hoffentlich wird‘s nicht so schlimm wie Weihnachten und Neujahr. Habe vorsorglich mehr eingekauft...“

Einer jahrelangen Trockenzeit mit Trinkwasserknappheit folgte wochenlanger Regen. Anja Döbber berichtet: „Das Wasser konnte nicht mehr einziehen. Vor Weihnachten waren Straßen und Brücken nach Bundaberg noch offen. Doch dann kam die große Flut vom Himmel, vom Meer und den Flüssen. Der Burnett River konnte die Massen nicht halten, trat über die Ufer, überschwemmte Bundaberg und umliegende Wohngebiete. Brücken und Straßen waren unpassierbar. Wir konnten unser Land nicht verlassen. Silvester feierten wir mit den letzten Lebensmitteln, die ich im Kühlschrank finden konnte. Ja, wir hatten was zu feiern, unsere Wohnung ging nicht unter, alles im Haus blieb trocken. Auf unserem Land steht das Wasser, es kann nicht trocknen, ständige Schauer und Stürme bringen mehr und mehr Wasser.

Doch es entsteht keine Panik, jeder weiß, was zu tun ist. Viele Farmer verlieren ihre Ernte, aber die Australier haben gelernt, mit der Natur zu leben und sich in schweren Zeiten zu unterstützen. Die Regenzeit hat gerade begonnen. Und es sind weitere Wirbelstürme und mehr Regen angesagt. Man kann sich nicht gegen die Natur stellen, außer sich auf so eine Katastrophe vorzubereiten.“

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