Anja Döbber rettet Riesenschildkröten

In Australien

Immer noch „Land unter“ in „Down Under“. Anja Döbber wanderte Ende der 90-er Jahre nach Australien aus, hält aber den Kontakt zu Haltern. Und hat derzeit viel zu berichten.

HALTERN / BUNDABERG

von Von Elke Rüdiger

, 20.01.2011, 09:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 20 Leute in der „Moore Park Beach Turtle Monitoring Group“, patroullieren den Strand. „In dieser Saison haben wir 200 Spuren und 74 Nester gefunden, 38 konnten wir auf höhergelegenen Strand umsiedeln. Die „Loggerhead Turtle“ (Unechte Karettschildkröte), „Green Turtle“ (Grüne Meeresschildkröte) und „Flatback Turtle“ (Suppenschildkröte) kehren immer wieder zurück zum Moore Park Beach. Warum, das wisse man nicht. Bekannt sei aber, dass nur das Weibchen an den Strand komme, erzählt die Tierschützerin: Nach Einbruch der Dunkelheit, und das auch nur zur Eiablage. Es gräbt eine ca. 50 cm tiefe Grube, legt 110 bis 150 Eier darein, „schüttet“ die Grube wieder zu und verschwindet im Meer. Der warme Sand und die Sonne übernehmen das Ausbrüten der Eier. Die Temperatur beeinflusst das Geschlecht: Bei über 29,9 Grad entwickeln sich Weibchen.

Die Tierschützer kennzeichnen die Schildkröten, die sie beim Eierlegen beobachten, und schicken ihre Daten an ein Meeresschildkröten-Forschungsinstitut. So weiß man, welche Reptilien wann, wo wie oft auftauchen. „Der Nachwuchs wiegt ca. 20 g, nur eins von 1000 geschlüpften Jungtieren überlebt bis ins fortpflanzungsfähige Alter von 20 bis 30 Jahren“, erzählt Anja Döbber. Netze, Fangleinen und die zunehmende Verschmutzung bedrohen die Tiere. Viele verenden qualvoll an Plastiktüten, weil sie den im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer „Lieblingsspeise“, der Qualle, unterscheiden können.

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