Meinung

Anschreiben auf dem Corona-Deckel: „Das dicke Ende kommt zum Schluss“

Die Stadt Haltern kann hauswirtschaftliche Schäden isolieren, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Die Probleme werden dadurch aber nur in die Zukunft verlagert.
Die Stadt Haltern hat den Entwurf für den Haushaltsplan 2022 vorgelegt. © Winkelkotte

Die Anstrengungen im Stärkungspakt, die alle Halterner Bürger zu spüren bekamen, haben sich gelohnt. Nach der drohenden Überschuldung kann die Stadt für 2022 erneut einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf vorlegen und mit der Abschmelzung der Kassenkredite um 40 Millionen Euro in den vergangenen Jahren aufwarten.

Gerade die Tilgung dieser Altschulden ist eine wichtige Nachricht für die jüngere Generation, die durch den Klimawandel vor existenzielle Probleme gestellt sein wird und dabei nicht noch den finanziellen Ballast ihrer Vorgänger gebrauchen kann.

Wie schnell dem Willen zu nachhaltigem Wirtschaften ein Strich durch die Rechnung gemacht werden kann, zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Haushalt der Stadt Haltern. Ohne die Möglichkeit, Bilanzierungshilfen in Anspruch zu nehmen und auf den „Corona-Deckel“ anzuschreiben, wäre es der Stadt nicht möglich, für 2022 den Haushaltsausgleich darzustellen.

Die Isolierung der Corona-Schäden führt aber nur zu einer zeitweisen Ausblendung der Schäden. Diese verbleiben nämlich bei der Stadt Haltern und müssen entweder im Jahr 2024 von der Rücklage abgezogen oder ab 2025 über bis zu 50 Jahre abgeschrieben werden. Kämmerer Dirk Meussen hofft, dass er die Bilanzierungshilfen von 4,7 Millionen Euro für 2021 nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen muss. Hoffen wir, dass dies gelingt, es wäre ein gutes Signal.