Sirenen

Anwohner sind vom neuen Sirenenstandort in Lippramsdorf überrascht

In Haltern heulen im Katastrophenfall 18 Sirenen. In Haltern-Mitte soll jetzt eine versetzt, in Lippramsdorf eine neue aufgestellt werden. Anwohner sind von der Aktion sehr überrascht.
In anderen Städten wurden sie gänzlich abgebaut. In Haltern gibt es zurzeit noch 14 Sirenen. Nach der Katastrophe im Ahrtal ist eine Dskussion über Sirenen entbrannt. © Steffe

Die Stadt zieht das Sirenenförderprogramm heran, um eine Sirene in Haltern-Mitte umzustellen und eine neue aufzubauen. In Haltern-Mitte, an der Weseler Straße 160, sind Baumaßnahmen geplant. Die Sirene aus dem Jahr 1960 ist veraltet und muss vom Dach. Als Ersatz dafür lässt die Stadt eine neue Mastsirene auf dem Gelände des Baubetriebshofes an der Annabergstraße aufstellen.

Ein weiterer, 20 Meter hoher Sirenenmast soll auf einer kleinen städtischen Grünfläche in einer Sackgasse der Heerstraße in Lippramsdorf-Freiheit errichtet werden. Die Anwohner sind überrascht und ärgern sich, dass sie von der Stadt darüber nicht informiert wurden. Sie würden davon normalerweise erst erfahren, wenn die Bauarbeiten beginnen, ließ die Stadt auf Anfrage wissen. Ob die Topographie passt oder noch andere Standorte in Betracht kämen, um die untere und obere Freiheit sowie Bergbossendorf zu alarmieren, wurde von der Stadt nicht analysiert.

CDU-Ratsherr fragte nach

Das wurde bei einer Nachfrage von CDU-Ratsherr Franz Schrief im Haupt- und Finanzausschuss deutlich. Er warb dafür, den Sirenenmast lieber höher im Bereich an der Dorstener Straße zu platzieren, um die Ortsteile Eppendorf und Berghaltern besser zu erreichen. Halterns Feuerwehrchef Werner Schulte erklärte jedoch, dass der vorgesehene Standort an der Heerstraße ideal sei. Es sei auch aufgrund der Eigenhöhe des Mastes von zwölf Metern ein vernünftiger Weckeffekt zu erwarten.

Die Reichweite einer solchen Anlage liegt laut Hersteller bei 500 bis 600 Metern. Eine eigene Schallmesung werde nicht vorgenommen, so das Presseamt.

Eine Realisierung ist für das kommende Jahr vorgesehen. Zusammen kosten die Sirenen 25.000 Euro. Die Stadt will bekanntlich eine Reihe von Sirenen ertüchtigen oder gegen neue austauschen. Insgesamt warnen 18 Sirenen vor Unwetter, Waldbränden oder anderen Katastrophen: sieben in Haltern-Mitte, drei in Sythen, drei in Lippramsdorf, zwei in Lavesum, je eine in Hullern, Hamm-Bossendorf und Flaesheim.

Die Standorte werden von der Feuerwehr ausgesucht, und zwar so, dass eine möglichst flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung gewährleistet ist. Eine feste Vorgabe, wie hoch die Abdeckung sein soll, gibt es laut Auskunft der Stadtverwaltung nicht. Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) empfiehlt, dass 90 Prozent der Bevölkerung erreicht werden sollten. Sirenen werden so aufgestellt, dass ein möglichst großes Gebiet abgedeckt wird.

Sirenen werden innerhalb von Wohnstraßen aufgestellt, weil das in der Natur der Sache liegt, teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit. „Die Bevölkerung soll gewarnt werden und das kann nur geschehen, wenn die Sirenen die Gebiete erreichen, in denen Menschen wohnen“, sagt Sprecherin Sophie Hoffmeier. Sirenen seien schon immer innerhalb von Wohnsiedlungen aufgestellt worden. Meist auf den Dächern von Schulen, wie es in Sythen, Lavesum und Flaesheim der Fall ist. Solche Masten, wie sie nun entstehen sollen, gibt es beispielsweise in der Kämpchenheide, an der Ecke Römerstraße/Markenkamp, an der Lochtruper Straße oder auf dem Sportplatz Lippramsdorf.