Arbeiten an der Lippe: Anwohner befürchten mehr Lkw-Verkehr

Flaesheimer Straße

Kaputte Straßen, Lärm, erhöhte Feinstaubbelastung und blockierte Einfahrten: Die Anwohner der Flaesheimer Straße sind sehr besorgt, wenn sie an die bis zu 240 Lkw denken, die ab Dezember zusätzlich durch ihr Dorf fahren werden. Der Lippeverband und die Stadt äußerten sich bei einem Info-Abend zu den Befürchtungen.

FLAESHEIM/LIPPRAMSDORF

, 13.08.2015, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeiten an der Lippe: Anwohner befürchten mehr Lkw-Verkehr

Schon jetzt ist das Verkehrsaufkommen in Flaesheim enorm. Die Anwohner der Flaesheimer Straße machen sich Sorgen, dass die Situation nach Beginn der Arbeiten an der Lippe in Datteln-Ahsen noch schlimmer wird.

Die Befürchtungen der Bürger wurden am Mittwoch (12. August) bei einem von der Wählergemeinschaft Haltern organisierten Info-Abend im Punjab Garden deutlich, zu dem auch Vertreter des Lippeverbandes eingeladen waren. Dirk Klingenberg (Lippeverband) und Andrea Blankenburg (Ingenieurbüro Kühnert) versuchten vor 45 Zuhörern, die Zahlen zu relativieren.

Zwar dürften nach einer Vorgabe des Lippeverbandes sogar maximal 60 Lkw pro Stunde über die Straße fahren (30 Lastzüge auf dem Hinweg, 30 Lastzüge auf dem Rückweg, 480 Lkw pro Tag). Dabei handele es sich aber um das „Worst-case-Szenario“ bei einem gleichzeitig optimalen Bauablauf, so Dirk Klingenberg und Andrea Blankenburg.

240 Lkw am Tag

Realistischer seien nach den Erfahrungswerten des Lippeverbandes eher die bereits genannten 240 Lkw pro Tag (30 pro Stunde bei acht Stunden Arbeitszeit unter der Woche im Bereich von 7 bis 19 Uhr) – dies aber auch nicht über die komplette Bauzeit von drei Jahren, sondern „nur in Spitzenzeiten“, so Dirk Klingenberg.

Ausschlaggebend für die Zahl der Lkw seien nämlich viele Faktoren wie Bodenbeschaffenheit beim Aushub oder Annahmemöglichkeiten bei den Verwertungsstellen der Erde. Aber auch von der Witterung und Hochwasser sei man abhängig.

Pause ab März 2016

Für den ersten Bauabschnitt (Dezember 2015 bis März 2016) rechnet der Lippeverband deshalb mit 10 bis 15 Lkw pro Stunde (maximal 120 Lkw pro Tag). Danach gebe es erst einmal eine Pause, bis man im August 2016 die Arbeit wieder aufnehme.

Und ab dann könnte es eine ganz andere Lösung für den Transport geben, wie der Technische Beigeordnete der Stadt, Wolfgang Kiski, hofft. Der Deichbau in Lippramsdorf könnte zum Glücksfall für Flaesheim werden.

Abtransport mit Förderband

Die Stadt habe permanent darauf gedrängt, so Kiski, dass in Lippramsdorf die Erde für den Deichbau mit dem Schiff über den Kanal transportiert und dort vom alten Hafenbecken des Bergwerks mit einem Förderband bis zur Lippe transportiert wird. „Das wurde in einem nachträglichen Planfeststellungsverfahren mit aufgenommen und genehmigt. Damit ist der Lippeverband in der Lage, eine Ausschreibung mit dieser Lösung durchzuführen“, so Kiski.

Für Flaesheim hat die Verwaltung nun folgende Hoffnung: Die Sande, die in Datteln abgebaut werden, sind für den Bau des neuen Deiches in Lippramsdorf zwar nicht geeignet. Aber nach dem Neubau des Deichs werden die alten eingeebnet und mit den Sanden aus Datteln könnte diese so neu entstandene Aue zusätzlich aufgefüllt werden.

Es sei durchaus vorstellbar, auch im Hafenbecken in Ahsen eine Förderbandbrücke zu bauen.

Ist der Sand geeignet?

Geprüft werden muss aber noch, ob der Sand zur Verfüllung geeignet ist (Kiski: „Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können, dass der Sand dort eingebracht werden kann“) und wie weit das Vorhaben technisch umgesetzt werden kann.

Der Lippeverband teilte am Donnerstag dazu mit: „Auf Initiative der Stadt Haltern wird der Lippeverband auch Transportwege über den Kanal prüfen.“

 Das Ergebnis der Ausschreibung wird am 8. September in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellt.

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