Arbeitsagentur und Stadt wollen Asylbewerbern helfen

Die Suche nach Arbeit

Die erste Arbeitsmarktbörse für Flüchtlinge im Halterner Rathaus machte deutlich: Interesse und Motivation sind groß. Heimische Firmenchefs und Volkshochschule wollen Wege ebnen, damit der Einstieg ins Berufsleben gelingen kann.

HALTERN

, 24.10.2015, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Arbeitsagentur und Stadt wollen Asylbewerbern helfen

Die Flüchtlinge zeigten bei der ersten Jobbörse im Halterner Rathaus großes Interesse, in Kontakt mit Firmeninhabern zu kommen und Arbeit zu finden.

Die Agentur für Arbeit im Kreis Recklinghausen und die Stadtverwaltung Haltern haben den Stein erfolgreich ins Rollen gebracht. Zehn Unternehmer aus dem Kreisgebiet waren vertreten, mehr als 50 interessierte Asylbewerber nahmen die Einladung zu dem Termin wahr und gingen zum Teil zielstrebig auf die potenziellen Arbeitgeber zu.

Bewerbungsmappen

Einige hatten gar schon Bewerbungsmappen mitgebracht, um ihre bisherige berufliche Laufbahn zusammen mit den Stellenanbietern durchzugehen. Ein erstes Zusammentreffen, das auch bei den Organisatoren Hoffnungen auf eine Fortführung weckt. Über zwei Stunden lang tauschten sich Arbeitssuchende und Vertreter der Firmen miteinander aus. Zum Überwinden von Sprachbarrieren standen vier Dolmetscher den Arbeitswilligen zur Seite. Russisch, Farsi, Arabisch und Türkisch galt es, zu übersetzen. Darüber hinaus unterstützten die Dolmetscher ebenso die Begrüßungen durch Bürgermeister Bodo Klimpel, Agenturchef Dr. Dietmar Thönnes und Sozialdezernent Hans-Josef Böing. Kurz und prägnant gab Böing im Anschluss an die Begrüßung den Startschuss: „Auf geht’s!“

Praktikumsplatz

Das reichte, um die motivierten Arbeitssuchenden von ihren Stühlen zu holen. Entlang der Tische, an denen die Unternehmer aus Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben Platz genommen hatten, schlängelte sich die Menschentraube. Ein Erstkontakt, der Hoffnung auf mehr machte, wie auch Zimmermeister Georg Rohlf aus Lavesum bemerkt. „Ein interessanter Bewerber für meinen Betrieb war schon dabei“, sagt der Firmenbetreiber. Sofern die bürokratischen Hürden genommen werden könnten, könne er sich vorstellen, dem Bewerber eine Chance für einen Praktikumsplatz einzuräumen. „Man muss das ausprobieren, auch mal ins kalte Wasser springen. Aber wenn das passt, wäre das schon ganz gut.“ Unterstützend eingreifen, um den zugewiesenen Flüchtlingen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, will auch die Volkshochschule.

Kursangebote

Im Gespräch mit unserer Zeitung, kündigte VHS-Leiterin Tanja Steinhaus an, dass speziell auf Flüchtlinge abgestimmte Kursangebote bereits in Arbeit wären. „Ab Mitte November werden wir erste Kurse anbieten können, um die Eingliederung der Flüchtlinge in Arbeitsverhältnisse zu unterstützen“, so Steinhaus. 

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