Asbest-verseuchte Turnhalle der Sythener Grundschule wird aufwendig saniert

rnBaustellen in Schulen

Fast eine Million Euro fließen in Renovierungsarbeiten an städtischen Schulen. Das bei Weitem größte Projekt stellt die Sanierung der Grundschul-Turnhalle in Sythen dar. Es geht um Asbest.

Haltern

, 19.07.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Asbest darf nicht gesägt, gebohrt oder gebrochen werden, weil sich dann die feinen Fasern freisetzen und in die Atemluft gelangen. Das sehr widerstandsfähige Mineral kann dann Krebs auslösen. Schon seit dem Altertum wurde Asbest als Baumaterial, zum Brandschutz und zur Isolation verwendet. Verboten in Deutschland ist es seit 1993. Glasermeister Hermann Fimpeler ist sicher: „Alles, was vor 1993 gebaut wurde, enthält irgendwie auch Asbest.“ So auch die Turnhalle der Grundschule Sythen/Lavesum in Sythen. Fimpeler betont: „Solange die Fasern nicht freigesetzt werden, ist Asbest ungefährlich.“ Das sei bislang auch in der Grundschule der Fall gewesen. Jetzt wird sie aufwendig saniert. Im Vorfeld führt Hermann Fimpeler gemeinsam mit anderen Experten Messungen für eine Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums und der Berufsgenossenschaft durch.

Arbeiten sind nur in Schutzkleidung möglich

Rund 700.000 Euro fließen in den fast 60 Jahre alten Bau: Sämtliche Fenster und das Dach müssen erneuert werden, weil damals Asbest verbaut wurde. Die Zwischendecke wird erneuert und mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Bei den Arbeiten müssen die Handwerker vorsichtig sein. In Vollschutzkleidung und mit Atemschutz sind sie bereits aktiv. Hermann Fimpeler hat am Mittwoch bei den umfangreichen Luft- und Staubmessungen geholfen. Im Labor soll ausgewertet werden, wie hoch die Schadstoffbelastung in Sythen tatsächlich ist.

Asbest-verseuchte Turnhalle der Sythener Grundschule wird aufwendig saniert

Glasermeister Hermann Fimpeler stellte jetzt die Arbeiten an der Sythener Grundschule vor. Baudezernentin Dr. Andrea Rüdiger machte sich ein Bild davon. © Ingrid Wielens

Auch der Sanitär- und Umkleidebereich werden komplett erneuert, eine Fotovoltaikanlage wird zudem auf dem Dach installiert. Das Geld kommt zum Großteil aus dem Programm „Gute Schule“ und aus der Schulpauschale. An ein ähnlich umfangreiches Sanierungsprojekt in jüngster Vergangenheit, wie jetzt in Sythen, kann sich Baudezernentin Dr. Andrea Rüdiger nicht erinnern.

Arbeiten werden erst im Dezember abgeschlossen

„Die Arbeiten werden allerdings wohl bis Dezember dauern“, erklärte Rüdiger beim Ortstermin in Sythen. Schul- und Sportamt stehen nach ihrer Aussage bei der Suche nach Ersatztrainingsorten mit der Schule und den Sportlern in Verbindung. In der Sommerzeit könne noch auf Sportplatz und Freibad ausgewichen werden. Danach werde es aber „trotz intensiver Bemühungen nicht immer möglich sein, eine Alternative zu finden“, stellte die Baudezernentin fest. Darüber seien sich aber auch alle Beteiligten im Klaren. Rüdiger: „Dafür bekommen die Sportler aber nach dieser Zwangspause eine sehr gute und funktionsgerechte Sporthalle.“

Im kommenden Jahr werde schließlich noch der Turnhallenboden erneuert, hieß es weiter. Aus zeitlichen und auch logistischen Gründen seien diese Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr möglich gewesen. „Keine Sorge“, so Rüdiger, „für die Bodenarbeiten werden dann lediglich vier Wochen benötigt.“

Auch an anderen Schulen sind noch Maßnahmen geplant. Diese werden sämtlichst in den Ferien abgeschlossen. Das Gesamtvolumen aller Renovierungsarbeiten beläuft sich auf 978.000 Euro.

Die weiteren Maßnahmen im Einzelnen:

  • Einen neuen Physikraum bekommen die Realschule und das Gymnasium. Bauliche Kosten in Höhe von insgesamt 50.000 Euro sind hierfür veranschlagt. Die Einrichtung der beiden Fachräume soll zusammen 160.000 Euro kosten.
  • In der Realschule müssen Elektroarbeiten durchgeführt werden. Notwendig sind auch kleinere Malerarbeiten rund um das Schulzentrum. Kostenpunkt: 26.000 Euro.
  • In der Silverberg-Grundschule sind aus energetischen Gründen weitere Glasbausteine zu entfernen. Außerdem entstehen weitere Differenzierungsräume (30.000 Euro).
  • In der Sythener Grundschule wird im kommenden Jahr die Offene Ganztagsschule erweitert. Zur Vorbereitung auf dieses Projekt zieht schon in diesem Jahr die OGS-Küche um, damit vorhandene Raumkapazitäten besser genutzt werden können. 12.000 Euro werden in diese Maßnahme investiert.
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