Diebe hinterlassen auf dem Sundernfriedhof in Haltern nach Beutezug Spur der Verwüstung

rnPolizei sucht Zeugen

Diebe haben auf dem Sundernfriedhof im großen Stil zugeschlagen. „Haben diese Menschen keinen Respekt vor der Trauer?“, fragt eine Besucherin.

Haltern

, 10.09.2019, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist ein Schlag in die Magengrube“, sagt eine Rentnerin. „Haben diese Menschen keinen Respekt vor der Trauer?“ Sie steht fassungslos vor dem Grab eines Angehörigen auf den Sundernfriedhof.

Metalldiebe haben dort die Grablampe gestohlen, das Glas herausschlagen und die Kerze weggeworfen. Das ist kein Einzelfall: Am Dienstagmorgen kommen immer mehr Angehörige auf den Friedhof, weil sie über die sozialen Medien oder von Bekannten informiert worden sind: Zunächst ist von Vandalismus die Rede, aber es handelt sich augenscheinlich um einen systematischen Diebstahl. Reihenweise haben in der Nacht von Montag auf Dienstag Metalldiebe zugeschlagen und insbesondere Grablampen, Vasen und Figuren aus Metall mitgehen lassen.

Diebe hinterlassen auf dem Sundernfriedhof in Haltern nach Beutezug Spur der Verwüstung

Viele Gräber wurden verwüstet. © Jürgen Wolter

Dabei sind sie nicht zimperlich vorgegangen. Die Metallgefäße wurden aus den Verankerungen gerissen, die Kerzen liegen überall herum, Glasscherben finden sich auf den Gräbern oder wurden hinter einer Hecke offenbar gezielt aus den Lampen entfernt.

Die Polizei dokumentierte die Schäden fotografisch

„Die Diebe hatten es wohl hauptsächlich auf Kupfer und Messing oder auch Bronze abgesehen“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey zu dem Vorfall. Das Friedhofsamt der Stadt war am Dienstagmorgen bereits informiert. Auch die Polizei ist am Dienstagvormittag vor Ort. Die Beamten versuchen, sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen. Eine Videoüberwachung gibt es in dem weitläufigen Gelände nicht.

Diebe hinterlassen auf dem Sundernfriedhof in Haltern nach Beutezug Spur der Verwüstung

Auch Vasen nahmen die Diebe mit und warfen die Blumen auf die Gräber. © Jürgen Wolter

„Um an das Diebesgut zu gelangen, wendeten die Täter teils grobe Gewalt an und beschädigten dadurch Gräber und Grabsteine mitunter gravierend. Vor Ort wurde nach Möglichkeit jede Beschädigung durch die Polizei fotografisch festgehalten. Zur genauen Anzahl der Geschädigten können bislang keine Angaben gemacht werden. Hinweise auf die Täter liegen noch nicht vor. Die Ermittlungen dauern an. Ein Mitarbeiter des Friedhofs hatte die Diebstähle und Beschädigungen bei der Polizei gemeldet“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Diebe hinterlassen auf dem Sundernfriedhof in Haltern nach Beutezug Spur der Verwüstung

Glas und Kerzen wurden systematisch entfernt. © Jürgen Wolter


Gesamtschaden ist noch nicht zu beziffern

„Der Gesamtschaden ist schwer zu beziffern“, ergänzt Polizeisprecher Andreas Lesch auf Nachfrage. Die Beamten gehen davon aus, dass das Metall verkauft wird. „Manchmal gehen die Täter direkt zu Altmetallhändlern. Zu denen haben unsere Kollegen aber hier in der Region teilweise guten Kontakt, sodass die Metalle entweder andernorts verkauft oder auch möglicherweise eingeschmolzen werden, denn wenn jemand so viele Gegenstände verkaufen will, dann fällt das auf“, ergänzt Polizeisprecher Michael Franz.

Die Polizei rät den Geschädigten, nicht nur telefonisch Anzeige zu erstatten, sondern auch persönlich bei der Wache vorbeizuschauen. „Auch wenn es sich nicht vorrangig um Vandalismus handelt, sind doch bei vielen Gräbern auch Vandalismusschäden zu verzeichnen“, so die Polizei. „In diesem Fall ist es notwendig, einen Strafantrag zu stellen, das geht nur persönlich, weil er unterschrieben werden muss.“ Hinweise von Zeugen erbittet das zuständige Kriminalkommissariat unter 0800 2361 111.

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