Auf Longboards von Düsseldorf nach Hamburg

Halt in Haltern

Von Düsseldorf bis Hamburg auf dem Longboard: Diese abenteuerliche Herausforderung nehmen Nicole Tzanakis und Cornelius Kaup aus Düsseldorf in diesen Tagen auf sich. Die beiden skaten für ein Flüchtlingsprojekt durch die halbe Republik. Die erste Etappe führte sie am Montag rund 90 Kilometer von Düsseldorf nach Haltern am See.

HALTERN

, 11.08.2015, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abenteuer auf dem Longbaord: Cornelius Kaup und Nicole Tzanakis fahren von Düsseldorf nach Hamburg, um Spenden für die Flüchtlingsinitiative "Stay" zu sammeln.

Abenteuer auf dem Longbaord: Cornelius Kaup und Nicole Tzanakis fahren von Düsseldorf nach Hamburg, um Spenden für die Flüchtlingsinitiative "Stay" zu sammeln.

„Wir mussten quer durch das Ruhgebiet. Das war schon ziemlich hart“, sagt Nicole Tzanakis. „Wir hatten den ganzen Tag Regen, sind bis auf die Unterhose nass geworden. Weil wir uns zwischenzeitlich auch etwas verfahren hatten, haben wir unser Ziel dann ziemlich erschöpft erst spät abends erreicht. Nun sind wir auf alle Fälle abgehärtet für unsere weiteren Etappen.“

Im Seehof übernachtet

Übernachtet haben die beiden Düsseldorfer im Seehof. Hotel-Chefin Elke Kandaouroff stellte ihnen kurzfristig unentgeltlich ein Zimmer mit Seeblick zur Verfügung. „Ich finde die Aktion toll und ziehe meinen Hut davor, dass sie so viele Kilometer für den guten Zweck auf einem Longboard auf sich nehmen“, begrüßte sie die Gäste, die sich äußerst dankbar für die Unterstützung der Seehof-Chefin zeigten.

Mit ihrer 444 Kilometer langen Fahrt wollen Nicole Tzanakis und Cornelius Kaup auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam machen und Spenden für die Initiative „Stay“ sammeln. Sämtliche Einnahmen gehen an die Flüchtlingsinitiative.

Variante eines Skateboards

Die Strecke legen sie ausschließlich auf dem Longboard, einer Variante eines Skateboards, zurück. „So wollen wir auf unsere Weise helfen“, sagt Nicole Tzanakis. „Viele Leute spenden eher, wenn sie etwas dafür bekommen. In diesem Fall ist es, uns leiden zu sehen.“

Mit Fotos und Berichten, die sie täglich posten, lassen die beiden Interessierte an ihrem Abenteuer teilhaben. „Blut, Schweiß und Tränen sind unser Einsatz“, fügt Cornelius Kaup lächelnd hinzu. Ihr Projekt haben sie unter das Motto „Cruise for Cash“ gestellt.

Auf der Suche nach Freiheit

Am Freitag wollen sie in Hamburg ankommen. Die Etappe am Dienstag führte nach Ibbenbüren. Am Mittwoch geht es weiter bis Barnstorf im Landkreis Diepholz (Niedersachsen). „Ankommen und frei sein, für uns anscheinend so problemlos zu verwirklichen, ist für viele andere Menschen, die sich auf der Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten befinden, eine meist noch unerfüllte Hoffnung angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Angst vor Überfremdung“, sagt Cornelius Kaup.

Longboard fahren ist seine große Leidenschaft – über das Hobby hat er seine Begleiterin Nicole vor einigen Jahren kennengelernt. „Das Longboarden bedeutet für mich Freiheit, mich ausleben zu können“, sagt er und ergänzt: „Eine Freiheit, die viele Flüchtlinge nicht kennen.“

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