Eine Spezialfirma räumt derzeit die Einsturzstelle in der Hohen Mark frei. Auch die großen Bauteile werden jetzt geborgen. © Bludau
Windrad-Havarie

Aufräumarbeiten am Halterner Windrad unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Bei der Bergung der Windrad-Trümmerteile in der Hohen Mark halten alle Beteiligten die Öffentlichkeit deutlich auf Abstand. Aus Sicherheitsgründen, heißt es aus den Unternehmen.

Zwischen Mitte März und Ende August produzierten die beiden Windenergieanlagen der RAG Montan Immobilien und Stadtwerke sieben Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom. Zum Vergleich: Rund 4000 kWh Strom verbrauchen vier im gemeinsamen Haushalt lebende Personen pro Jahr. Dann kam der 29. September und die große Katastrophe: Eines der 249 Meter hohen Windräder brach zusammen.

Die Unglücksstelle ist weiträumig abgesperrt. Im Hintergrund ein Lkw, der für die Entsorgung eingesetzt ist und der 500-Tonnen-Kran für die Bergung von Gondel und weiteren Großteilen des eingestürzten Windrades. © Schrief © Schrief

Seit vielen Tagen räumt eine Spezialfirma im Auftrag des Anlagenbauers Nordex SE aus Hamburg auf. Am Dienstag wurden die großen Bauteile der havarierten Anlage geborgen. Das geschah abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Auch die Presse war nicht erwünscht. „Aus Sicherheitsgründen müssen wir die Unglücksstelle weiträumig absperren“, begründete Stadtwerke-Sprecher Thomas Liedtke das Fernhalten von Unbeteiligten.

Umweltbehörde und Gutachter sind vor Ort

Wichtig ist die Bergung der zwei Meter tief in den Boden eingeschlagenen Gondel. Denn noch ist nicht klar, ob Schmiermittel ausgelaufen sind und den Boden verunreinigt haben. Am Mittwoch wird die Umweltbehörde des Kreises Recklinghausen wieder vor Ort sein. Sie geht davon aus, dass die Unglücksstelle bis dahin geräumt ist. Die Behördenmitarbeiter wollen einen „Sichteindruck“ gewinnen, wie es aus dem Kreishaus hieß.

Hinzu kommt ein vom Betreiber bestellter unabhängiger Gutachter, der Bodenproben entnehmen wird. „Erkenntnisse sind allerdings auch in dieser Woche noch nicht zu erwarten“, sagt Kreissprecherin Lena Heimers.

Die Hinweisschilder sind deutlich.
Die Hinweisschilder an der Unglücksstelle sind deutlich. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Anlagenbauer und Betreiber hüllen sich in größtmögliches Schweigen. „Da die Auswertung des Schadens und die Ursachenfindung noch laufen, sind weitergehende Aussagen nicht angebracht“, heißt es seitens der RAG Montan Immobilien beispielsweise auf die Frage, wie der Schadensfall versichert ist. Auch zur Höhe des finanziellen Schadens bei weiterem Ausfall beider Anlagen beziehungsweise bis zum Wiederaufbau des Windrades sagt die Gesellschaft nichts. Das seien interne kaufmännische Daten, die derzeit nicht abschließend benannt werden könnten.

Neues Windrad, aber noch kein Zeitplan entwickelt

Die RAG Montan Immobilien GmbH betreibt neben dem Windpark in der Hohen Mark fünf Windparks an der Ruhr mit 14 Anlagen, dies in der Regel in Beteiligungsgesellschaften mit Partnern – so wie im Windpark AV 9 mit den Stadtwerken.

Schon kurz nach dem Einsturz bekräftigte die Betreibergesellschaft ihren Willen, an selber Stelle wieder ein neues Windrad zu errichten. Über den Zeitraum bis zur Inbetriebnahme einer neuen Anlage könne man aber aktuell keine verlässlichen Aussagen treffen, hieß es aus Essen.

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