Wenn man auf dem Bahntrassen-Radweg aus Richtung Lippramsdorf in die Seestadt einfährt, ist im Halterner Gewerbegebiet plötzlich Schluss. © Jürgen Wolter
Bahntrassen-Radweg

Bahntrassen-Radweg: Lückenschluss in Haltern liegt erstmal auf Eis

Auf den Lückenschluss am Bahntrassen-Radweg zwischen Ikenkamp und Bahnhof hatte die Stadt Haltern gesetzt. Zusammen mit dem RVR verfolgte sie dieses Ziel. Jetzt gab es unangenehme Neuigkeiten.

Die Lücke klafft ab der Straße „Zum Ikenkamp“ in Haltern: Wenn man auf dem 2013 fertiggestellten Bahntrassen-Radweg aus Richtung Lippramsdorf in die Seestadt einfährt, ist im Halterner Gewerbegebiet plötzlich Schluss. Doch den etwa 1,6 Kilometer langen Lückenschluss bis zum Bahnhof behielt die Stadt stets im Blick – er sei „ein wichtiger Baustein für die lokale Radinfrastruktur“, heißt es in einer Erklärung der Verwaltung. Auch die Politik unterstützt das Vorhaben. Gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) sollte das Projekt umgesetzt werden. Daraus wird nun aber in dieser Form nichts mehr.

Der RVR ist abgesprungen. Damit liegt die Planung des Radwege-Lückenschlusses nun erst einmal auf Eis.

Überörtliche und touristische Radwege im Blick

Zu den Gründen für die plötzliche Richtungsänderung befragt, hat sich der RVR jetzt gegenüber der Halterner Zeitung geäußert. Der Regionalverband habe die Stadt darüber informiert, dass „wir diesen Lückenschluss nicht durchführen können“, erklärte Sprecher Jens Hapke. Denn dieser diene vor allem der Verbesserung der lokalen Radwege-Infrastruktur. Beim RVR liege die Priorität jedoch auf dem Bau und der Planung von überörtlichen und touristischen Radwegen, wie beispielsweise der Römer-Lippe-Route. Diese führt bekanntlich ebenfalls durch Haltern und vorbei am Römermuseum.

Großes Potenzial für Alltagsmobilität

„Wir haben diese Entscheidung mit der Stadt Haltern besprochen und vergangene Woche mitgeteilt“, so Hapke weiter. „Leider können wir uns an dieser Stelle nicht engagieren.“

Die Stadt bedauert die Entscheidung des Verbands. Aus ihrer Sicht besitzt der Radweg auch großes Potenzial für die Alltagsmobilität, insbesondere im Hinblick auf den in 2019 erzielten Kompromiss zum Erhalt der Oelder Brücke.

Zwar hatte das städtebauliche Konzept für die Nachnutzung des Pendlerparkplatze am Bahnhof stets auch den Lückenschluss vorgesehen. Als besonders schwierig gestaltet sich aber der Sachverhalt, dass die Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG), eine Tochter der Deutschen Bahn, inzwischen einzelne Grundstücke an dort ansässige Gewerbebetriebe verkauft hat.

Zugleich hat die BEG auch einzelne Flächen an die Stadt veräußert.

Der Bau des Römerradweges beginnt auf der Bahntrasse zwischen Lippramsdorf-Mersch und Haltern, wie die damals aufgestellte Hinweistafel zeigt.
Der Bau des Römerradweges beginnt auf der Bahntrasse zwischen Lippramsdorf-Mersch und Haltern, wie die damals aufgestellte Hinweistafel zeigt. © Foto: Elisabeth Schrief © Foto: Elisabeth Schrief

Ganz unmöglich scheint die Umsetzung des Lückenschlusses noch nicht zu sein. Baudezernent Siegfried Schweigmann jedenfalls will sich nun Gedanken darüber machen, wie das Projekt doch noch umgesetzt werden kann. Das sagte er kürzlich im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität.

RVR hat bereits etliche Bahntrassen umgebaut

Der RVR hat im Ruhrgebiet bereits einige ehemalige Bahntrassen zu Radwegen umgebaut. Darunter fallen beispielsweise auch die „Allee des Wandels“ von Herten-Westerholt zur Halde Hoheward oder die „Erzbahntrasse“ zwischen Bochum und Gelsenkirchen. Diese Radwege dienen in erster Linie der Freizeitmobilität.

Auch im Bereich der ehemaligen Bahntrasse Haltern – Wesel hatte der RVR in der Vergangenheit Flächen von der Deutschen Bahn erworben. Mit finanzieller Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen war so die durchgehende Rad- und Wanderwegeverbindung zwischen Oelder Weg in Lippramsdorf und Ikenkamp entstanden.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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