Baken sollen auf Gefahrenstelle hinweisen

Nach Unfall am Flüchtlingscamp

Die große Lösung zur Verbesserung der Verkehrssituation vor der Flüchtlingsunterkunft am Stockwieser Damm wird es zunächst nicht geben. Nach dem tragischen Tod eines sechsjährigen Mädchens aus dem Irak, das am Freitag beim Überqueren der Straße von einem PKW erfasst wurde und seinen Verletzungen erlag, verweisen Straßen NRW als Baulastträger und die Bezirksregierung als Trägerin der Landesunterkunft auf Zuständigkeiten vor Ort.

SYTHEN

, 14.03.2016, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Unfallort erinnern Blumen und Kerzen an den tragischen Tod des kleinen Mädchens.

Am Unfallort erinnern Blumen und Kerzen an den tragischen Tod des kleinen Mädchens.

Beide Behörden sehen sich im Moment nicht veranlasst, Maßnahmen zur Veränderung der Verkehrslage anzustoßen. Dies erklärten die Sprecher der Einrichtungen am Montag auf Anfrage.

Gut einsehbar

Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt haben die Situation am Montag in Augenschein genommen. Es sollen zwei weitere Baken aufgestellt werden, die auf die Gefahrenstelle hinweisen. "Eventuell werden diese mit gelbem Licht versehen", teilte Stadtpressesprecher Georg Bockey mit. Polizei und Ordnungsamt seien bei der Ortsbesichtigung zu dem Schluss gekommen, dass die Verkehrsschilder an der Straße vor der Unterkunft (in Richtung Lavesum heißt sie Sythener Straße, in Richtung Flaesheim Stockwieser Damm) gut einsehbar sind. Es handelt sich jeweils um den Hinweis, dass hier Tempo 50 gilt und auf Fußgänger geachtet werden muss.

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Die Ermittlungen der Polizei zum Unfallhergang dauern laut Polizeisprecherin Ramona Hörst weiter an. Eine Vernehmung des Unfallfahrers sei noch nicht möglich gewesen. Er stehe unter Schock.

Gutachter

Hinweise auf eine Fahruntüchtigkeit durch den Konsum von Alkohol oder Drogen habe es nicht gegeben. Es soll ein Gutachter eingeschaltet werden, der durch spezielle Untersuchungen zur Rekonstruktion beitragen kann. Die Polizei habe außerdem Befragungen im Camp durchgeführt. Bisher sei die Suche nach möglichen unbeteiligten Zeugen des Unglücks jedoch nicht erfolgreich gewesen. Ramona Hörst schloss nicht aus, dass die Polizei die Einberufung einer Unfallkommission anregen werde. Neben der Polizei sind darin verschiedene Behörden vertreten. Gemeinsam wird versucht, Unfallgefahren zu beseitigen.

Christoph Schlütermann, DRK-Kreisvorstand Coesfeld, bestätigte, dass in der Landesunterkunft in Sythen Verkehrserziehung für Flüchtlinge stattfindet. Allerdings werde diese durch den permanenten Wechsel der Bewohner erschwert. In Sythen gebe es auch Warnwesten, die aber nicht von allen Asylbewerbern getragen würden. "Wir würden es begrüßen, wenn sich die Verkehrssituation am Camp verbessern würde", so Schlütermann.

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