Die Digitalisierung schreitet im Halterner Rathaus voran. © Jürgen Wolter
Digitalisierung

Bald kommt der digitale Bauantrag der Stadt – 50 Services sind online

Noch werden im Rathaus der Stadt Haltern Aktenordner bewegt, aber die E-Akte ist auf dem Vormarsch und verändert Strukturen wie Arbeitsprozesse.

Die Digitalisierung erfasst all unsere Lebensbereiche. Auch die Verwaltung in Haltern befindet sich mitten im Transformationsprozess. Noch werden im Rathaus Akten aus Papier bewegt, aber „das Roll-out der E-Akte schreitet stetig voran“, wie Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier auf Anfrage erklärt.

Wie sehr das Projekt Digitale Kommune in Haltern schon vorangekommen ist, ist für die Bürger bei den Serviceleistungen der Stadt am sichtbarsten. Laut Verwaltung werden 50 Dienstleistungen online angeboten.

Sperrmüllantrag, Zählerstandsmeldung, Kita-Portal, etc.

„Zu den beliebtesten kommunalen Services gehören der Online-Sperrmüllantrag, die Zählerstandsmeldung der Zwischenzählerwasseruhr für die Gartenbewässerung, das Kita-Portal oder die Terminvereinbarung im Bürgerbüro. Insgesamt werden Onlineservices sehr gut durch die Bürgerinnen und Bürger angenommen“, erklärt Sophie Hoffmeier. Auch Verlinkungen zu externen Stellen wie Rentenversicherung oder VHS gehören zu den 50 Services, die über die Homepage der Stadt abgerufen werden können.

Einführung des digitalen Bauantrags

Auch Gewerbetreibende profitierten von der Digitalisierung der Halterner Stadtverwaltung. Dafür sei die Online-Gewerbeanmeldung ein gutes Beispiel, da hier das Gewerbe-Service-Portal genutzt werden könne. Darüber hinaus, so Sophie Hoffmeier, befinde sich der digitale Bauantrag als Projekt der Landesregierung in der Einführungsphase. Er soll im nächsten Jahr in Haltern eingeführt werden.

Onlinezugangsgesetz

Die Stadt Haltern muss ihre Leistungen digitalisieren

Im Zuge der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) auf Bund-Länder-Ebene hat der IT-Planungsrat den sogenannten OZG-Katalog beschlossen. Hierfür wurden ca. 6.000 Verwaltungsleistungen identifiziert, welche in rund 600 OZG-Leistungsbündel und 14 Themenfelder eingeordnet wurden. Bis Ende 2022 sollen die Kommunen ihre Verwaltungsleistungen digital anbieten. Zur Umsetzung des OZG arbeiten die Kommunen in NRW zusammen mit dem Land, eingebettet in bundesweite und sogar europaweite Programme.

Die Verwaltungsdigitalisierung gehe jedoch weit über das bloße Anbieten von Onlineanträgen für die Bürgerinnen und Bürger hinaus, informiert die Stadt. Das Anbieten von Onlineservices erfordere nämlich gleichzeitig, dass eine große Anzahl an internen Prozessen und technischen Rahmenbedingungen umstrukturiert werden muss. Hierzu gehöre die Umstellung von analoger auf elektronische Aktenführung, damit die elektronisch eingehenden Anträge auch genauso verarbeitet werden können.

Vorteile für das mobile Arbeiten

„In den Fachbereichen Interne Dienste, Ordnung und Soziales und im Job-Center ist die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten. Darüber hinaus hat die Stadt Haltern am See bereits einen medienbruchfreien elektronischen Rechnungsworkflow im Einsatz“, teilt Sophie Hoffmeier mit.

Durch die Digitalisierung veränderten sich auch die Arbeitsprozesse innerhalb der Verwaltung. Zum einen könnten Kommunikationswege durch den Ausbau der elektronischen Aktenführung verkürzt werden, da die Daten für alle an einem Vorgang Beteiligten gleichzeitig zur Verfügung stehen. Zum anderen erhöhe sich der Anteil der Bildschirmarbeit, und es werde vielfach ein zweiter Bildschirm am Arbeitsplatz notwendig. Im Hinblick auf mobiles Arbeiten bringe die Digitalisierung große Vorteile mit sich, da Akten auch bei Außenterminen mobil verfügbar sind.

Die Verwaltung in Haltern ist laut Sophie Hoffmeier überzeugt, die Anforderungen des Onlinezugangsgesetzes (OGZ) fristgemäß bis Ende 2022 umzusetzen. Es sieht vor, dass Kommunen binnen dieser Frist ihre Verwaltungsleistungen online anbieten. Danach werde es darum gehen, die Services in Haltern noch komfortabler für die Bürger auszubauen, sagt Sophie Hoffmeier.

Haltern kooperiert mit anderen Kommunen

Für die Finanzierung stehen den Kommunen verschiedene Programme zur Verfügung. „Die Stadt Haltern am See ist bereits Teil eines Förderprojekts für Digitalisierung. Im Rahmen des Projektaufrufs „Umbau21 – Smart Region“ des Landes NRW hat sich die GKD Recklinghausen zusammen mit den Partnern WiN Emscher-Lippe GmbH, der GKD Emscher-Lippe und der Stadt Bottrop/KRZN mit dem Projekt „Serviceportal Wirtschaft – E-Government 4 Business“ beworben“, nennt Sophie Hoffmeier ein Beispiel. Außerdem kooperieren die Kommunen miteinander, indem eine oder mehrere Kommunen die Entwicklung bestimmter Services übernehmen und diese dann anderen zur Verfügung stellen.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff