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Bald möglich: Rettung per Handy-App anfordern

"Hilfe im Wald"

Ein Ausflug in den Wald kann sehr erholsam sein. Was aber tun, wenn man während eines Spaziergangs einen Unfall hat und auf Unterstützung angewiesen ist? Besitzer eines Smartphones dürfen bald auf Hilfe per App vertrauen. Die Feuerwehr soll so schneller den Weg zu einem Verletzten finden.

HALTERN

, 18.02.2015 / Lesedauer: 3 min
Bald möglich: Rettung per Handy-App anfordern

RVR-Oberforstrat Kerten Blaschczok favorisiert ein anderes, als das APP-Konzept für die Hilfe im Wald mit dem Smartphone.

Wer sich in der Haard beim Wandern den Fuß verknackst oder gar vom Pferd stürzt, hat oftmals ein Problem: Wie kann man den Rettungskräften beschreiben, wo man sich genau befindet? Zu der Lösung dieses Problems sollen schon bald das neue Notfalltreffpunkt-System und eine Handy-App beitragen.

Kostenlos

„Hilfe im Wald“ heißt das kostenlose Rettungs-Programm, das dem Besitzer eines Smartphones die eigene Position und den nächsten Rettungstreffpunkt anzeigt. Wenn nun etwas passiert, sollte der Verletzte selbst oder ein Begleiter den nächsten Rettungstreffpunkt aufsuchen und der Feuerwehr die dort auf einem Schild angegebenen Koordinaten durchgeben, um möglichst schnell Hilfe zu bekommen. Derzeit noch ein Problem: Die Treffpunkte sind noch nicht alle verbindlich festgelegt und Schilder nicht gedruckt. Nur Vorarbeiten sind fast abgeschlossen.

Anhand der Waldbrandkarten hat der Besitzer der Haard, der Regionalverband Ruhr (RVR), bereits Anfang Februar nach dem sogenannten „Hagener“- Modell der Halterner Feuerwehr und Kreisbrandmeister Robert Gurk eine Liste von 50 Notfallpunkten im Bereich der Haard genannt. „Die Notfall- oder Rettungstreffpunkte enthalten sogenannte UTM/GPS Koordinaten, die auf Karten in der Kreisleitstelle gespeichert sind“, sagt Robert Gurk.

Koordinaten

Da in den Wäldern keine Straßennamen und Orts- und Kreisgrenzen erkennbar sind, weisen zusätzliche Bezeichnungen wie RE, WES oder COE auch auf die Grenzen hin, so der Kreisbrandmeister. Der Beamte auf der Leitstelle weiß bei einem Anruf unter Angabe der Koordinaten, die auf den Schildern verzeichnet sind, genau, wo sich der Hilfesuchende befindet, und kann die Rettungskräfte entsprechend informieren.

In einigen Bundesländern sind die Rettungspunkte schon flächendeckend von den Forstbetrieben als Infrastruktur zur Rettung Verunglückter geschaffen worden. In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist man da noch ein wenig zurückhaltender, so haben bisher nur Bonn, Hagen und Remscheid Punkte für die App vorgegeben.

Konzept

Der RVR, Kreisbrandmeister Robert Gurk, die Polizei und die Forstbehörde des Kreises sind von dem Notfall-Konzept allerdings überzeugt. Laut Gurk sollen die Kosten für die Schilder in der Haard vom RVR getragen werden und das Anbringen der gedruckten Tafeln an Metallpfosten über das Jobcenter des Kreises erfolgen.

Man müsste aber auch im zweiten Schritt die Frage nach Pflege, Unterhalt und Wartung der Schilder in Zukunft regeln, wozu jetzt noch einige Gespräche notwendig sind, erläutert Robert Gurk.

Beispiel Haard

RVR-Oberforstrat Kersten Blaschczok hält es dennoch für möglich, dass die Schilder noch in diesem Sommer angebracht werden, damit die „Hilfe im Wald“ in Haltern an den Start gehen kann. Man sei bei den Gesprächen jedenfalls auf einem guten Weg.

Die Haard könnte dann der Beginn einer größeren Aktion im Kreis Recklinghausen sein und für Bereiche wie die Hohe Mark als Beispiel dienen. Hierfür werden aber noch Sponsoren für die Beschilderung gesucht, so Kreisbrandmeister Robert Gurk.

Die App „Hilfe im Wald“ der Intend Geoinformatik GmbH ist kostenlos für Android- und Windows-Handys erhältlich; für iPhone-Nutzer
soll noch in diesem Jahr eine iOS-Version veröffentlicht werden.

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