Bau der Lippedeiche kann starten

Vergabebeschwerde gescheitert

Der Weg für den Bau der Lippedeiche in Lippramsdorf und Marl ist frei. Am Donnerstag scheiterte die Vergabebeschwerde eines Mitbewerbers gegen die Auftragsvergabe des Lippeverbandes endgültig vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.

LIPPRAMSDORF

, 28.04.2016, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bau der Lippedeiche kann starten

Die Lippedämme zwischen Lippramsdorfer Straße und Oelder Weg werden vom Lippeverband verändert

Josef Nowak von der Pressestelle des Oberlandesgerichtes erklärte am Donnerstag auf Anfrage der Halterner Zeitung, der Beschluss sei am Morgen ohne Begründung ergangen. Das schriftliche Urteil wird in der nächsten Woche erwartet, dann kann mit der Vorbereitung der Arbeiten begonnen werden.

Gegen Vergabe

Die Beschwerde richtete sich gegen die Vergabe des Auftrages an das Bauunternehmen, dem der Lippeverband den Zuschlag erteilen wollte. Michael Steinbach, Pressesprecher des Lippeverbandes, erläutert den Hintergrund: "Nachdem der Nachprüfungsantrag eines unterlegenen Bieters von der Vergabekammer Westfalen zurückgewiesen worden war, sollte der Auftrag im November 2015 vergeben und anschließend mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden. Dagegen erhob der unterlegene Bieter Beschwerde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf."

In der Zwischenzeit - mehrmals wurden Gerichtstermine angesetzt und wieder verschoben - durfte der Lippeverband den Bauauftrag nicht erteilen.

14 Meter hohe Bauwerke

Auf rund fünf Kilometern Länge wird nun der Lippeverband in den nächsten acht Jahren die bis zu 14 Meter hohen Hochwasserschutzdeiche nördlich und südlich der Lippe zwischen Lippramsdorfer Straße und Oelder Weg neu bauen, eine Auenfläche von rund 60 Hektar Größe anlegen und das Lippebett auffüllen. Die Maßnahme kostet rund 90 Millionen Euro und wird von Land und Ruhrkohle AG finanziell getragen. "Der erste Bauabschnitt beinhaltet den Deichneubau, es folgt die Abtragung des alten Dammes, in der Schlussphase wird die in der Lippe entstandene Senke aufgefüllt", sagt Michael Steinbach zu den Arbeitsabläufen.

Den Auftrag für diese umfangreiche Maßnahme erhielt das Johann Bunte Bauunternehmen aus Papenburg/Emsland. Die Unternehmensgruppe gehört zu den führenden Wasserbauern, sie realisiert Projekte im In- und Ausland. Zum Leistungsspektrum zählt der Ausbau der Binnenwasserstraßen, der Küsten- und Hochwasserschutz sowie der Bau von Hafenanlagen.

Spatenstich im Sommer

Das Unternehmen aus Papenburg erhielt auch schon den Auftrag für die Renaturierung der Lippe zwischen Datteln und Ahsen. Der erste Bauabschnitt steht kurz vor dem Ende, einer zweiter folgt. "Wir wissen nicht, wie schnell die Firma Kapazitäten für den Deichbau frei machen kann", erklärte Steinbach.

Deshalb gibt es keinen konkreten Termin für den ersten Spatenstich. Fest steht nur: Er soll im Sommer sein.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt