Bauern melken Kühe, nicht Kunden

Haltern Die Preissteigerung bei Milchprodukten sei "längst überfällig", sagt Georg Dammann. "Schade nur", so der Milchbauer aus Bergbossendorf, "dass die Erzeuger davon nur minimal profitieren."

31.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Endverbraucher wird ab diesem Monat für Quark, Käse, Milch und Butter deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen: Die Milchindustrie will die Produktpreise um bis zu 50 Prozent anziehen. Viele Konsumenten fühlen sich gemolken. Die Landwirte freuen sich, weil sie von den Mehreinnahmen zumindest einen Teil absahnen können.

70 Milchkühe hat Georg Dammann im Stall. Die Tiere sind das alleinige Standbein seines Betriebs. "Um kostendeckend wirtschaften zu können, müsste ich eigentlich 40 Cent pro Liter Rohmilch bekommen", erklärt er. Zuletzt zahlten die Abnehmer 26 Cent, vor 15 Jahren waren es umgerechnet noch 30 Cent.

"Dass bis Weihnachten die 35-Cent-Marke erreicht wird, halte ich für realistisch", schätzt Kreislandwirt Friedrich Steinmann. Die Preissteigerung hält er für unumgänglich - auch wenn sie den Verbraucher vermeintlich hart treffe: "Die Verbraucher sind jetzt nur geschockt, weil sie nicht bedenken, dass Grundnahrungsmittel in den letzten Jahren im europaweiten Vergleich auf einem extrem niedrigen Preisniveau gehandelt und kaum teuer geworden sind."

Auch wenn nun Schluss mit den Schleuderpreisen ist, "bleiben wir Erzeuger von der großen Gewinnzone weit entfernt, zumal die Produktionskosten weiter davon laufen. Wir rechnen aber mit einer erheblichen Verbesserung", ist Landwirt Dammann optimistisch. Nicht zuletzt, weil die Milchproduktion in Deutschland durch die EU auf 27 Milliarden Liter Rohmilch pro Jahr gedeckelt ist. "So bleibt das Angebot knapp und die Nach frage der Molkereien erhalten." wal

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