Baukultur in Haltern: Unabhängiger Expertenrat würde der Stadt guttun

Meinung

Für einen Architektenwettbewerb fehlten beim Ersatzbau der Steverbrücke laut der Stadt Haltern Zeit und Geld. Für die Zukunft sollte mehr Expertenwissen die lokale Baukultur mitbestimmen.

Haltern

, 22.03.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Steverbrücke am Walzenwehr ist eines der prägenden Bauwerke in Haltern. Fehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen.

Die Steverbrücke am Walzenwehr ist eines der prägenden Bauwerke in Haltern. Fehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen. © Silvia Wiethoff

Die Entscheidung über den Ersatzbau der Steverbrücke ist gefallen. Zwar wurde im Hauptausschuss betont, es sei mit der Auswahl einer Brückenvariante nur eine Vorentscheidung für weitere Berechnungen getroffen worden. Faktisch aber ist sehr schwer vorstellbar, dass Ende Mai nach aller Vorarbeit noch eine Kehrtwende erfolgt.

Dann wären sinnlose Kosten verursacht worden und die Fristen für Förderanträge würden verstreichen. Und eines ist klar: Ohne finanzielle Unterstützung kann sich die Stadt Haltern eine neue Brücke nicht leisten.

Im Fall der Steverbrücke macht es wohl Sinn, die aktuellen Förderkulissen besonders im Blick zu haben. Es könnte nämlich gut sein, dass Bund und Land aufgrund der unglaublichen Kosten, die durch die Corona-Pandemie verursacht werden, ihre Fördertöpfe künftig verkleinern müssen.

Trotzdem ist es schade, dass über ein Wahrzeichen der Stadt im Hauruck-Verfahren entschieden wurde. Für die Zukunft wäre es sinnvoll, dass sich die Bauverwaltung und die Lokalpolitik unabhängige fachliche Beratung an die Seite holen. So könnte ein Planungsbeirat berufen werden. Seine Mitglieder sind Experten aus verschiedenen Fachgebieten, die ehrenamtlich Bauvorhaben von städtebaulicher Bedeutung beurteilen.

Solche Gremien gibt es schon in vielen Städten des Landes, beispielsweise in Marl und Dülmen. Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Stadtentwicklung auch durch den Klimawandel steht, kann ein Planungsbeirat ein Gewinn für die lokale Baukultur sein.

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