Das kleine Wäldchen an der Erikastraße in Sythen-Lehmbraken wird bebaut. © Schrief
Anwohner besorgt

Bauprojekt in Sythen: Familien wohnen fast wie im Wald

An der Erikastraße in Sythen-Lehmbraken werden neue Häuser gebaut. Die Anwohner trauern dem Wäldchen nach, das dafür weichen muss und fürchten eine überdimensionierte Bebauung.

Die Skepsis gegenüber neuen Bauprojekten überträgt sich von der Innenstadt auch auf die Ortsteile. Jetzt melden sich Anwohner von der Erikastraße und Umgebung aus Sythen-Lehmbraken. Denn auf einem Grundstück zwischen Münsterstraße und Erikastraße, das durch einen wilden Baumaufwuchs geprägt ist, entstehen neue Häuser.

„Wir, die Anwohner, haben Sorge, dass dort Häuser hingesetzt werden, die nicht zur Bebauung unserer bestehenden Siedlung passen. Wir fühlen uns nicht ausreichend informiert“, sagt eine junge Frau stellvertretend für alle. Als abschreckende Beispiele nennt sie Elterbreischlag und Dahlienstraße.

Große Grundstücke und Wohnen auf Ebenen

„Von solchen Plänen sind wir weit weg“, erklärt Jörg Jäger (Ingenieurbüro für Baumanagement, Haltern). Er plant und baut dort ein Reihenhaus mit drei Parteien und ein Doppelhaus. Investor und Vermarkter ist Wessel Immobilien aus Haltern-Lavesum.

Die Erbpachtgrundstücke je Haus sind zwischen 650 und 700 Quadratmeter groß, zum Garten gehört immer ein kleiner Waldanteil zur Münsterstraße hin. Die Wohnfläche eines jeden Hauses (mit dem Energieeinsparungsstandard KFW 55) beträgt rund 150 Quadratmeter plus 30 Quadratmeter Teilkeller. Die Besonderheit: Es handelt sich um so genannte Split-Level-Häuser. Die Geschosse werden im Gegensatz zur traditionellen Bauweise in einzelnen Ebenen versetzt zueinander angeordnet; dadurch lebt man nicht mehr im Geschoss, sondern auf Ebenen mit offenen Treppen. Zur Erikastraße hin haben die Häuser eine zweigeschossige Optik, betont Jörg Jäger.

Bäume müssen teilweise dem Bauprojekt weichen

Bei dem Grundstück handelt es sich seit eh und je um Bauland. Es war in den 1970er-Jahren sogar als Gewerbefläche an eine Familie verkauft worden, wurde dann aber nur teilweise bebaut. Ringsum entwickelte sich ein wilder Wald. Das große Grundstück lag über Jahre brach.

Ein Teil der Bäume muss nun für das Bauvorhaben weichen, ein Teil bleibt jedoch auch stehen. Es handelt sich um Eichen und Buchen, allerdings auch um minderwertigen Aufschlag, so Jörg Jäger.

Der wilde Wald ist (noch) Abenteuerspielplatz für die Kinder und Schutz der Siedlung rund um die Erikastraße vor dem Autolärm von der Münsterstraße. © Schrief © Schrief

Die Bauvoranfrage ist bereits positiv von der Stadt beschieden worden. Im Oktober soll die Fläche für die Projekte vorbereitet werden, als erstes wird dann das Doppelhaus (schlüsselfertig) gebaut. Schon jetzt ist das Interesse an diesen familienfreundlichen Häusern enorm groß.

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Redaktion Haltern
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Elisabeth Schrief