Bergsteiger-Legende Peter Habeler erzählte in Haltern von seinen Abenteuern

Spannender Vortrag

Die Bergsteiger-Legende Peter Habeler hat am Donnerstagabend mit seinem Vortrag „Das Ziel ist der Gipfel“ über seine Abenteuer in den Bergen rund 160 Gäste bei „Nelke Outdoor“ begeistert.

Haltern

, 23.11.2018, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bergsteigerlegende Peter Habeler berichtete von seinen Abenteuern.

Bergsteigerlegende Peter Habeler berichtete von seinen Abenteuern. © Horst Lehr

Der in Mayrhofen, Tirol geborene Professor zählt zu den weltbesten und populärsten Bergsteigern der Gegenwart. In seinem Vortrag ging er zuerst auf seine Kindheit in den Tiroler Bergen ein, wo er nach dem frühen Tod seines Vaters schon mit elf Jahren in die Obhut der Zillertaler Bergführer kam.

Dies war die prägende Grundlage einer beeindruckenden Karriere, die ihn schon mit 16 Jahren auf schwierigste Fels- und Eistouren in den heimatlichen Alpen brachte. „Im Kindesalter kannst du schon alles lernen, was du später zum Leben brauchst“, sagte er rückblickend.

Mit Reinhold Messner unterwegs

Ab 1969 war er gemeinsam mit seinem langjährigen Seilgefährten Reinhold Messner unterwegs. Dazu zeigte er Bilder der Rekordbesteigung der berühmten Eiger Nordwand, die den beiden in nur zehn Stunden gelang. Diese Tour war Teil eines völlig neuen Weges im Alpinismus, den Habeler und Messner Zug um Zug weiter vorantrieben. So bestiegen sie als Zweierseilschaft mehrere Achttausender ohne Zuhilfenahme von Sauerstoffgeräten und krönten ihre Karriere 1978 mit der Erstbesteigung des „Mount Everest“ ohne künstlichen Sauerstoff. Bei den bewegenden Bildern dieser alpinistischen Höchstleistung, die Habeler leidenschaftlich kommentierte, fühlten sich die Besucher direkt hineinversetzt in die Dramatik dieses eisigen Abenteuers.

Absturz am Wilden Kaiser

Er zeigte aber auch Bilder von seinem Absturz in einer Seilschaft am „Wilden Kaiser“, den er glücklicherweise schadlos überstand. Zum Ende lies Habeler das Publikum noch an seiner letzten Spitzenleistung teilhaben. Er bestieg im vergangenen Jahr zusammen mit seinem ehemaligen Schüler David Lama erneut die Eiger Nordwand über die „Heckmair-Route“. Mit 74 Jahren lies es Habeler dabei aber etwas langsamer angehen, verbrachte statt zehn Stunden zwei Tage mit einem Nachtbiwak am Berg und stellte damit als ältester Nordwand-Durchsteiger wieder einen neuen Rekord auf.

Jürgen Lange aus Haltern war einer von vielen Bergsteigern im Publikum. Er hat selbst schon einen 6000er in Bolivien bestiegen und war auch schon im Basislager am Everest. „Das war ein toller Vortrag, bei dem man das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein“, sagte Jürgen Lange. So empfand auch Anja Sprick aus Essen. Sie war in Nepal ebenfalls schon jenseits von 6000 Metern unterwegs und stellte fest: „Mit einer solchen Erfahrung kann man die tollen Bilder noch besser verstehen.“

Grenzerfahrungen

Habeler blickt heute auf ein aufregendes und erfolgreiches Leben mit vielen Grenzerfahrungen beim Überwinden des scheinbar Unmöglichen zurück. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Menschen für die Berge zu begeistern: „Emotion und Leidensfähigkeit führen oft zum Erfolg, aber es braucht auch Glück dazu. Das hilft am Berg wie im normalen Leben.“ Markus Nelke, Inhaber von Nelke Outdoor, war mit dem Vortrag sehr zufrieden: „Das war ein toller Abend. Wir haben ein Stück alpine Zeitgeschichte mit erlebt.“

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