Betrüger haben vor allem Frauen im Visier

Aufklärungskampagne

Es passiert in Haltern etwa einmal in der Woche: Ältere Damen und jüngere Frauen mit Kindern werden zum Opfer von EC- und Kreditkartenbetrügereien. Eine Aufklärungskampagne soll Abhilfe schaffen.

HALTERN

von Von Berthold Fehmer

, 30.09.2011, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um gegen EC-Karten-Betrügereien besser gewappnet zu sein, appellieren Christoph Sebbel von der Volksbank, Hauptkomissar Norbert Hausen und Christoph Kleinefeld von der Werbegemeinschaft an die Achtsamkeit und Sorgfalt der Bürger.

Um gegen EC-Karten-Betrügereien besser gewappnet zu sein, appellieren Christoph Sebbel von der Volksbank, Hauptkomissar Norbert Hausen und Christoph Kleinefeld von der Werbegemeinschaft an die Achtsamkeit und Sorgfalt der Bürger.

Die Tasche hing in der Kneipe über der Lehne – und als die Besitzerin bezahlen wollte, war das Portmonee weg. Von solchen Kunden-Geschichten kann Volksbank-Prokurist Christoph Sebbel einige erzählen. Allen ist gemein, dass die Diebe keine Zeit verschwenden. Haben sie eine EC- oder Kreditkarten mit PIN, suchen sie unverzüglich einen Geldautomaten auf und heben den Tageshöchstbetrag von 2000 Euro ab. Dieses Limit kann jeder Kunde selbst bestimmen. Demnächst wolle man es beim Kartenwechsel automatisch auf 1000 Euro begrenzen, sagt Sebbel, falls der Kunde keine anderen Wünsche habe.

Vor allem ältere Menschen versuchen, den PIN als Geburtsdatum oder Telefonnummer zu tarnen. Sebbel: „Das wird sofort erkannt. Es gibt kaum Falscheingaben.“ Im Falle solch grober Fahrlässigkeit haftet die Bank nicht. Die einzige Lösung lautet: Geheimnummer auswendig lernen. Und immer dann aufpassen, wenn man sie etwa an der Supermarktkasse in das Lesegerät eingibt. „Betrüger stellen sich mit Kleinigkeiten immer wieder an Kassen an und versuchen, die Nummer zu erspähen“, so Kleinefeld. In einem Fall hat ein Krimineller eine Nummer im ersten Laden ausgespäht, ist hinter der Frau hergefahren und hat ihr im nächsten Geschäft das Portmonee geklaut. Männer sind seltener betroffen, weil sie laut Kleinefeld „auf ihrer Patte sitzen“, also ihr Portmonee in der Hosentasche tragen. Bei Frauen stecke es in der Handtasche oder, noch offener sichtbar, im Einkaufskorb.

„Da reichen zwei Sekunden“, sagt Hauptkommissar Hausen. Um für mehr Sorgfalt und Achtsamkeit zu werben, hängt die Werbegemeinschaft nun Plakate auf, verteilt an den Kassen kleine Zettel, auf denen der Zentrale Sperr-Notruf (166 166) abgedruckt ist. Dort kann man rund um die Uhr sein Konto sperren lassen, und sollte das auch. Kleinefeld: „Die halbe Stunde, die man zur Hausbank braucht, sollte man Betrügern nicht lassen.“

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