Bewegende Eröffnung des Lea-Drüppel-Theaters

Freude kehrt zurück

Das Lea-Drüppel-Theater in Haltern ist eröffnet. „Lea, wenn sie uns jetzt von der anderen Seite des Lebens sieht, wird sagen: Voll cool, was ihr da macht!“ Lea, die im Alter von nur 15 Jahren beim Flugzeugabsturz am 24. März 2015 mit 15 Mitschülern und zwei Lehrerinnen starb, war bei der Einweihung im Herzen der Mutter und im Herzen aller, die sich über einen neuen Ort des Gedenkens und kreativer Fröhlichkeit freuten.

HALTERN

, 30.09.2017, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewegende Eröffnung des Lea-Drüppel-Theaters

Im Gedenken an Lea glücklich auf der Bühne vereint: Dr. Hans-Dieter Speikamp (Vorstand), Henrik, Bernd und Anne Drüppel sowie Lena Meinhardt (2. Vorsitzende, künstlerische Leiterin)

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01.10.2017 11:20

Hunderte Gäste kamen zur Eröffnung des Lea-Drüppel-Theaters. Dieser neue Kulturort erinnert an die 15-jährige Gymnasiastin aus Lippramsdorf, die mit 15 weiteren Mitschülern und zwei Lehrerinnen beim Flugzeugabsturz am 24. März 2015 starb.
01.10.2017
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Janica und Susanne Hammer reisten extra aus Aachen an, um bei der Eröffnung des Theaters dabei sein zu können. Sie kannten niemanden, aber sind von der Idee und der Art der Trauerbewältigung fasziniert.
Im Eingangsbereich steht Leas Klavier. Ein Bild von ihr und das Notenblatt von "A part of you" hängen an der Wand. Samstag stand dort eine rote Rose und es brannten Kerzen in Erinnerung an die beim Flugzeugabsturz ums Leben gekommene 15-Jährige.
Der kleine Theatersaal (70 Plätze) konnte die Gäste der Eröffnungsfeier gar nicht alle aufnehmen.
Zum ersten Mal trat Bernd Drüppel, Leas Vater, mit Sohn Henrik und Anne Drüppel auf die Bühne.
Glücklich über das erreichte Ziel: Bernd und Henrik Drüppel.
Ohne wäre es schwierig geworden: Dr. Hans-Dieter Speikamp hat die Finanzen bestens und verantwortungsvoll im Blick.
Hiltrud Schlierkamp überbrachte als stellvertretende Bürgermeisterin die Grüße der Stadt Haltern. Diese hatte das Projekt von Anne Drüppel engagiert unterstützt.
Lena Meinhardt ist die zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Theatervereins und hat die künstlerische Leitung des Theaters übernommen.
Lena Meinhardt sang bei der Eröffnungsfeier "Neverland", den Peter-Pan-Song mit der schönen Zeile: Ich verspreche, dass du niemals allein sein wirst.
Felix Henze und Johanna Janz sorgten mit Katharina Jendral für Gänsehaut und weckten mit Leas Lied schmerzvolle Erinnerungen.
Katharina Jendral sang mit Johanna Janz und Felix Henze Leas Lied "A part of you".
Ein Foto mit Leas Logo an der Seite: Dr. Hans-Dieter Speikamp (er kümmert sich im Vorstand um die Finanzen), Henrik, Bernd und Anne Drüppel sowie Lena Meinhardt (2. Vorsitzende des gemeinnützigen Theatervereins und künstlerische Leiterin).
Eine "Maskenbildnerin" zaubert die schönsten Gesichter.
Junge Gäste bastelten sich unter Anleitung Masken.
Dank vieler Spenden war die Cafeteria gut bestückt. Darüber freute sich unter anderem Marie-Therese Speikamp (r.).
Freunde von Familie Drüppel übernahmen den Grillstand.© Foto Elisabeth Schrief
Das Ensemble spielte eine Sequenz aus "Honk - anders als der Rest". Alle Aufführungen im November, Dezember und Januar sind ausverkauft.
Das hässliche Entlein wird gemobbt und ist traurig. Das Stück Honk enthält die starke Botschaft von Toleranz und Fairness gegenüber denen, die anders sind.
Für die Sequenz aus Honk gab es tosenden Applaus.
Mit großer Empathie schlüpften die jungen Akteure in ihre Rollen.
Versteckt hinter der Zeitung lauert die "Ente" auf das, was kommt.
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Hunderte Gäste drängten am Morgen in den kleinen Theatersaal an der Zaunstraße, um die Eröffnungsfeier mitzuerleben. Viele weitere kamen trotz des Regens bis zum frühen Abend zu den folgenden Musik- und Tanzaufführungen und genossen das schöne Miteinander unter Zelten vor dem Eingang.

„Sich mit so  vielen Freunden an Lea zu erinnern, fühlt sich richtig gut an. Herzlich willkommen!“, begrüßte Anne Drüppel die große Gemeinschaft. „Es ist ein Theater gegen das Vergessen, es ist aber auch ein Ort, wo junge Menschen auf der Bühne stehen und Spaß am kreativen Tun haben. So wie Lea es eben liebte“, Anne Drüppel war sehr gefasst und fand eine bewundernswerte Balance zwischen unvergänglicher Trauer und hoffnungsvollem Neuanfang.

Bernd Drüppel, der Vater von Lea, und Henrik, ihr Bruder, standen mit ihr auf der Bühne. „Für mich lebt Lea durch dieses Theater weiter“, sagte ihr Bruder. Die Freude, die sie vorgelebt habe, solle sich hier fortan widerspiegeln. Das wünscht sich Henrik. Als Katharina Jendral, Felix Henze und Johanna Janz Leas Lied „A part of you“ sangen, saß Bernd Drüppel tief versunken auf dem Bühnenrand. Lea hatte dieses Lied einst für ihn geschrieben, als sie auf die Rückkehr ihres erkrankten Vaters wartete. „Es bedeutet mir sehr viel, dass dieses Theater entstanden ist und Leas Namen trägt“, sagte er.

 

220 000 Euro sind an Spenden geflossen, damit das Projekt verwirklicht werden konnte. Stiftungen, Vereine, Handwerker, Privatspender, die Stadt  – viele haben mitgewirkt, damit aus dem alten Kino innerhalb von acht Monaten eine Kleinkunstbühne werden konnte. „Die Unterstützung war phänomenal“, bedankten sich Anne Drüppel und Dr. Hans-Dieter Speikamp (er kümmert sich um die Finanzen im Theaterverein).

Das Theater sei ein Zeichen, dass die Stadtgemeinschaft gut funktioniere, griff die stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp diesen Dank auf. „Ohne die Trägodie in Frankreich wären wir heute nicht hier“, erinnerte sie an den Flugzeugabsturz. Mit dem Engagement hätten die Halterner ein Zeichen gesetzt, dass die Kinder und Lehrerinnen unvergessen bleiben. Zu den Gästen zählte auch Ulrich Wessel, Leiter des Joseph-König-Gymnasiums. Er freue sich, dass es im Gedenken an Lea und alle Opfer der Schule gelungen sei, ein so tolles Theater zu initiieren.

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