Bewerbungszahlen bei der Stadt konstant hoch

Probleme in einzelnen Feldern

Alarmierende Zahlen hat die Bertelsmann-Stiftung aktuell zur personellen Besetzung in den Rathäusern vorgelegt. Tenor der Studie ist: Den Ämtern geht der Nachwuchs aus. Wir fragten bei der Stadt Haltern nach.

Haltern

, 17.07.2016, 15:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bewerbungszahlen bei der Stadt konstant hoch

Das Halterner Wappen am Rathaus.

Wie sieht der Altersschnitt in der Verwaltung Haltern aus?

Es sind 156 Mitarbeiter 55 Jahre und älter. Das entspricht einer Quote von 33 Prozent. Der Altersdurchschnitt insgesamt liegt bei 48,4 Jahren. 42 Mitarbeiter sind unter 30 Jahre alt. Es werden acht Auszubildende beschäftigt.

Wie viele Stellen bleiben unbesetzt, weil man Personal einspart, um die Ziele des Stärkungspakts zu erreichen?

Im Sanierungszeitraum von 2013 bis 2021 werden insgesamt 66 Stellen nicht nachbesetzt, wobei mehr als die Hälfte dieser Einsparungen schon umgesetzt ist und somit etwa 30 Stellen bis 2021 wegfallen werden. Aufgrund der hauswirtschaftlichen Zwänge und des notwendigen Stellenabbaus werden nur deutlich weniger Nachwuchskräfte eingestellt, als ältere Bedienstete ausscheiden.

Leidet der Service für die Bürger darunter, wenn Personal abgebaut wird?

Alle Stellenreduzierungen sind mit dem Abbau von Standards, beispielsweise mit der Reduzierung von Öffnungszeiten und Leistungsumfang, der Verlagerung von Aufgaben auf Externe oder mit Rationalisierungsmaßnahmen wie die elektronische Verbuchung in der Bücherei oder die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems verbunden.Q

Stimmt es, dass ein Job im Rathaus für junge Leute nicht mehr attraktiv ist?

Die pauschale Aussage, dass Arbeitsplätze in der Verwaltung für junge Menschen unattraktiv sind, kann in Haltern so nicht bestätigt werden. Bei der Ausschreibung von Ausbildungsstellen im Verwaltungsbereich ist die Zahl der Bewerbungen konstant auf hohem Niveau geblieben. Zugenommen hat die Fluktuation bei jüngeren Beschäftigten. Die Stadt geht davon aus, dass diese Entwicklung damit zusammenhängt, dass der Verdienst im Rathaus mit dem in Bundesbehörden oder umlagefinanzierten Verwaltungen nicht mithalten kann. In einzelnen Berufsfeldern (Erzieher und Reinigungskräfte) gibt es Probleme, weil insgesamt zu wenig (Fach-)Kräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. s

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