Bilanz nach der Hitze 2018: Am 3. August lieferte Gelsenwasser besonders viel Wasser

rnRückblick auf Rekorde

Auch wenn es wieder einen Jahrhundertsommer gibt, macht sich Gelsenwasser-Vorstand Henning R. Deters keine Sorgen. „Wir sind gerüstet“. Beim Rückblick auf 2018 nannte er interessante Zahlen.

Haltern

, 09.04.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der extrem heiße Sommer 2018 hat die Gelsenwasser AG nicht aus der Ruhe gebracht. „Dennoch wird uns die anhaltende Trockenheit und Hitze lange in Erinnerung bleiben. Das war schon außergewöhnlich“, stellte Vorstand Henning R. Deters auf der Bilanzkonferenz in Gelsenkirchen fest. An der Wetterstation Haltern wurde mit nur 262 Liter pro Quadratmetern in sieben Monaten der vierttrockenste Sommer seit Inbetriebnahme des Wasserwerks (1908) registriert. Trockener waren lediglich die Sommer 1921, 1947 und 1976.

Wasserpegel sank täglich um drei Zentimeter

Aus den Talsperren Haltern und Hullern wurden über Monate hinweg täglich bis zu 280.000 Kubikmeter Wasser entnommen, den übrigen Bedarf deckten die heimischen Grundwasservorkommen. In der Talsperre Haltern sank der Wasserspiegel täglich um etwa drei Zentimeter. Um den Abfluss der Stever zu stützen, die die Talsperren Haltern und Hullern speist, entnahm das Unternehmen Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal. Von August bis Dezember waren das täglich 125.000 und insgesamt etwa acht Millionen Kubikmeter. So war das Wasserwerk Haltern trotz der extremen Wettersituation in der Lage, seine Kunden zu beliefern.

Einen Rekord erreichte die Gelsenwasser AG am 3. August. An diesem Tag förderte sie 383.651 Kubikmeter Wasser, eine ähnlich hohe Zahl erreichte das Unternehmen zuletzt Mitte der 90er Jahre, als Haltern noch Bergwerke und Stahlindustrie in größerem Umfang zu beliefern hatte. Das Thermometer war an diesem Tag auf 37 Grad Celsius geklettert.

An Sommerabenden war der Bedarf groß

Das heiße Sommerwetter machte die Gelsenwasser-Kunden an diesem Tag besonders durstig. Gelsenwasser speiste über 600.000 Kubikmeter ins Netz ein, rund eineinhalb Mal so viel wie an einem durchschnittlichen Tag. Außerordentlich hohe Werte verzeichnete das Unternehmen abends zwischen 20 und 21 Uhr, wenn Gartenbesitzer ihre Rasenflächen und Beete wässerten. Die Abgabe aus dem Netz erreichte mit 34.000 Kubikmetern pro Stunde außerordentlich hohe Werte. Diese Zahlen beziehen sich auf das komplette Verbundsystem aus Wasserwerken und Transportleitungen. „Wenn Talsperren und Wasserwerk einzeln für sich genommen schon leistungsfähig sind, wird dieses System erst im Verbund richtig stark“, erklärte Technik-Vorstand Dr. Dirk Waider.

2018 war das wärmste Jahr seit 1881

Zur Erinnerung: Deutschlandweit war 2018 das wärmste Jahr seit 1881, dazu war es zwischen April und Oktober extrem trocken. Deutschlandweit fielen nur rund 60 Prozent der üblichen Niederschläge. Der Wasserstand im Halterner Stausee sank, Segelboote lagen auf dem Trockenen, sie mussten am Ende der Saison mit einem Kran aus dem See geholt werden.

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