Blitzer auf A 43: Abzocke oder nicht?

In der Baustelle

In der Diskussion um Geschwindigkeitsmessungen in der Großbaustelle auf der A 43 zwischen Haltern und Marl gehen die Meinungen auseinander. Einige betrachten die strenge Überwachung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit als "Abzocke". Viele befürworten die Kontrollen jedoch auch.

HALTERN

, 03.09.2015, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blitzer auf A 43: Abzocke oder nicht?

Seit Dienstag werden durch die Firma Erd- und Straßenbau Heitkamp die liegengebliebenen Arbeiten der insolventen Firma Betam an der Fahrbahn fortgesetzt.

Zum Hintergrund: Obwohl die Arbeiten auf der Baustelle für mehrere Wochen stillgestanden hatten, waren dort im Auftrag der Autobahnpolizei Münster mehrfach Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt worden. Jan schreibt dazu auf der Facebook-Seite: "Sonntags um 6.50 Uhr verstehe ich die Überwachung nicht. Ansonsten berechtigt." Nutzerin Nanny meint: "Wer sich an Regeln und Gesetzte hält, hat nichts zu befürchten."

Mehrere Verstöße

Wie Andreas Bode, Sprecher der Autobahnpolizei Münster, im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilte, seien zwischen Juli und August insgesamt neun Radarmessungen in der Baustelle vorgenommen worden. Zwischen April und Juli habe man dort außerdem sechs Mal Lasermessungen durchgeführt. Insgesamt seien "mehrere Hundert Geschwindigkeitsverstöße" festgestellt worden, sagt der Sprecher, allerdings "ohne konkrete Zahlen nennen zu können". Ausdrücklich betont er: "Jegliche Überwachung des Straßenverkehrs dient letztendlich der Erhöhung der Verkehrssicherheit."

Thomas Schwieren, Halterner Fachanwalt für Verkehrsrecht, hatte die innerhalb der Baustelle durchgeführten Handlasermessungen kritisiert. "Mandanten haben mir berichtet, dass die Beamten zur Durchführung der Messung am verschwenkten Fahrbahnrand zwischen den Baken herumgelaufen sind", hatte sich der Anwalt echauffiert.

Diesbezüglich räumt die Autobahnpolizei Münster offensichtlich nun Fehler ein. So bezeichnet Sprecher Andreas Bode die durchgeführten Lasermessungen im Gespräch mit unserer Zeitung als "eine Art Versuchsprojekt". Man habe eingesehen, dass die durchgeführten Lasermessungen "nicht zielführend" gewesen seien. Daher habe man diese Art der Messung eingestellt. Die letzte Lasermessung, so Bode, sei am 16. Juli erfolgt. Schwieren: "Ich bin mal gespannt, was der Bußgeldrichter zu dieser ,standardisierten Meßmethode' sagt."

Einnahmen

Von den Einnahmen durch die Geschwindigkeitsüberwachung profitiert im Übrigen das Land, aber auch der Kreis. Verwarngelder bis 35 Euro würden an die Landeskasse gehen, so Bode. "Bußgelder werden durch den Kreis Recklinghausen eingezogen."

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