Blutiger Glaubensstreit in Halterner Flüchtlingsheim

Prozess in Essen

Nach einem blutigen Glaubensstreit in einem Asylbewerberheim in Haltern steht ein 24-jähriger Flüchtling seit Dienstag in Essen vor Gericht. Der Vorwurf: versuchter Totschlag.

HALTERN/ESSEN

25.04.2017, 14:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blutiger Glaubensstreit in Halterner Flüchtlingsheim

Das Foto zeigt den Angeklagten neben seinem Verteidiger Volker Schröder.

Der Angeklagte war 2015 von Eritrea über Libyen und Italien nach Deutschland gekommen. Rund sieben Monate war er auf der Flucht, 5000 Euro hat er den Schleppern nach eigenen Angaben gezahlt.

Die lebensgefährliche Reise endete schließlich in einem Flüchtlingsheim in Haltern. Doch auch dort hatte es der 24-Jährige nicht leicht. Erstens sprach praktisch niemand seine Sprache (Tigrinya), zweitens fühlte er sich als orthodoxer Christ unter vielen Moslems ziemlich alleine.

Bier floss in Strömen

Umso größer war schließlich die Freude, als er doch noch einen Landsmann traf. Und mit dem ließ er es sich in der Nacht auf den 3. Januar 2016 dann auch ziemlich gut gehen. Das Bier floss in Strömen, was seine muslimischen Nachbarn allerdings schnell auf die Palme brachte. Und so gab ein Wort das andere, dann holte der Angeklagte ein Messer und fuchtelte damit herum.

Zum Prozessauftakt vor dem Essener Schwurgericht sagte der 24-Jährige dazu: „Ich hatte Angst, wollte mich nur verteidigen.“ Genau das sieht die Staatsanwaltschaft jedoch anders. Sie glaubt, dass der Mann aus Eritrea gezielt in Richtung seines Kontrahenten gestochen hat. Dass der andere Mann nur leicht am Bauch verletzt worden ist, sei nur dessen blitzschneller Reaktion zu verdanken. Er sei gerade noch rechtzeitig nach hinten gesprungen.

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