Bootshausgesellschaft geht mit einer Vision in die Offensive

Altes wahren, Neues wagen

Seit Jahren schlummert die Stadtmühlenbucht in einer Art Dornröschenschlaf. Dabei bietet gerade der Hafenbereich am Nordufer des Stausees ohne Zweifel genug Potenzial, ein Aushängeschild der Seestadt zu werden. Doch wie könnte ein erfolgreiches Konzept für die zukünftige Gestaltung der Fläche aussehen?

HALTERN

, 30.09.2015, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Öffentlichkeit hatte es Diskussionen und Gerüchte um eine Neugestaltung gegeben, nachdem im Dezember 2013 eines der beiden Bootshäuser auf dem Areal den Flammen zum Opfer gefallen war. Ein Wiederaufbau des abgebrannten Bootshauses ist bislang allerdings ausgeblieben.

Der Rat hatte im März 2014 mehrheitlich beschlossen, das Bauleitplanverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans "Stadtmühlenbucht Halterner Stausee" durchzuführen. Im Zuge der Regionale 2016 soll im nördlichen Teil der Bucht bekanntlich ein Ort entstehen, der Erholungssuchende spielerisch neugierig auf das 2Stromland macht. Ein Aufstellungsbeschluss wurde aber auch für die südlich gelegene Fläche (Kajüte) gefasst.

Nostalgische Gefühle

Dieses Grundstück hat die Bootshausgesellschaft Sebbel GmbH & Co. seit 1932 von der Stadt gepachtet. Deren Geschäftsführer Benno Schrief geht nun mit einer Vision in die Offensive. "Die besondere Atmosphäre des Bootshauses und die nostalgischen Gefühle, die hier immer mitschwingen, sollten die Halterner noch lange genießen können", begründet er seinen Vorstoß. Am Montagabend hat er seine Pläne im Rahmen einer Informationsveranstaltung Vertretern der Stadt, der Politik, des Segelclubs Prinzensteg und der Gelsenwasser AG vorgestellt.

Das Konzept, dass die Bootshausgesellschaft verfolgt, beschreibt der Geschäftsführer als "konservativ". Schrief: "Wir wollen Altes wahren und Neues wagen. Eine harmonische und natürliche Gestaltung steht für uns im Vordergrund." Natürlich, so betont Schrief, wolle man die berechtigten Interessen der Wassersportler und Bürger berücksichtigen.

Neue Pächter der Kajüte

Und so sieht das Konzept aus: Ein Treppengarten mit Sitzstufen und Rampen bietet freien Zugang zum Gelände. Daneben wird eine öffentliche Sanitäranlage mit Duschen und Toiletten geschaffen. Ein Flanier- und Anlegesteg am Wasser lädt zum Verweilen ein. Das bestehende Bootshaus mit Gastronomie bleibt erhalten und wird den zeitgemäßen Erfordernissen im Inneren angepasst. Andreas Kleimann und Christian Zehren vom Rossini-Team sorgen als neue Pächter der Kajüte ab November für eine stilvolle Bewirtschaftung.

Veranstaltungsraum mit Sonnenterrasse

Gegenüberliegend entsteht ein neues Bootshaus. Im unteren Teil dieses Gebäudes gibt es Lagermöglichkeiten für Boote und Zubehör. Im Obergeschoss wird ein Veranstaltungsraum mit Sonnenterrasse geschaffen. Er kann für private und gewerbliche Zwecke gemietet werden.

Das Ziel ist klar: Die privaten Anteilseigner der Bootshausgesellschaft wollen, dass die Stadt den bestehenden Pachtvertrag langfristig verlängert. "Wir sind bereit, mit Augenmaß zu investieren, brauchen jedoch Planungssicherheit", sagt Schrief.

Mit auswärtigen Investoren, argumentiert er, habe die Stadt in der Vergangenheit mitunter schlechte Erfahrungen gemacht. "Mit unserer Bootshausgesellschaft hingegen besteht seit Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit, zumal die Stadt Mitgesellschafter ist."

Städtische Interessen

Was sagt Bürgermeister Bodo Klimpel zu den Plänen? Klimpel: "Der Entwurf bietet eine interessante Diskussionsgrundlage." Den Vorschlag der Bootshausgesellschaft wolle er zunächst "sacken lassen". "Bei allen Überlegungen müssen die städtischen Interessen absolute Priorität genießen."

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