Unter diesem Trümmerhaufen lag die Bottom-Box des eingestürzten, einst 249 Meter hohen Windrades. © BLUDAU
Windrad-Einsturz

Bottom-Box des eingestürzten Halterner Windrades aus Trümmern geborgen

Erste Untersuchungen an der Einsturzstelle des Windrades konzentrierten sich auf die Bergung der Bottom-Box. Das ist jetzt gelungen. Auf die Auswertung setzen Gutachter große Hoffnungen.

Sie lag eingeklemmt zwischen den Trümmern des achteckigen Betonturmes und der Schaftsäule aus Stahl: Die Bottom-Box des Nordex-Windrades konnte nach Aufnahmen mit einer Industriedrohne zwar einwandfrei lokalisiert, aber nicht geborgen werden. Mit Einreißen der letzten, instabilen Turmteile aber war das Trümmerfeld für Gutachter und Umweltbehörde freigegeben worden. Im Laufe der ersten Arbeiten konnte die Bottom-Box freigelegt und gesichert werden. Das bestätigte Hersteller Nordex.

Diese Box steht gewöhnlich – geschützt durch eine Stahlbox – im Turminneren und übernimmt ebenso Steuer- wie auch Überwachungsfunktionen. Sie zeichnet unter anderem Informationen über die Windverhältnisse und den Betrieb der Anlage auf. Windradhersteller Nordex und die Betreiber des Windparks AV 9, RAG Montan Immobilien und Stadtwerke, erhoffen sich erste wertvolle Aufschlüsse über die Ursache des Windradeinsturzes am frühen Abend des 29. Septembers.

In den nächsten Tagen werden die Komponenten Stahlrohrturm und Rotorblätter erfasst und Proben für weitere Untersuchungen entnommen. Die umfassende Analyse aller Komponenten und der Daten der Bottom Box zur Ermittlung der Ursache der Havarie wird einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wann Ergebnisse zur Ursache vorliegen, können wir zeitlich noch nicht eingrenzen, gehen aber, da auch externe Gutachter damit befasst sind, eher von Wochen – wenn nicht Monaten – aus“, heißt es seitens des Windradherstellers aus Hamburg.

Das Windrad sollte ursprünglich einen Tag nach dem Einsturz mit seinem 450 Meter entfernten Zwilling offiziell eingeweiht werden.

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Redaktion Haltern
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Elisabeth Schrief