Bundestagswahl: Auch in Haltern ist nichts mehr in Stein gemeißelt

Meinung

Die Bundestagswahl 2021 hat gezeigt, dass Halterner ihr Recht auf freie Wahlen sehr ernst nehmen: Eine Wahlbeteiligung von 82,97 Prozent kann sich sehen lassen. Aber nicht alles lief gut.

Haltern

, 27.09.2021, 16:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brian Nickholz und Ehefrau Jaqueline verfolgen mit Parteifreunden im Vereinsheim des FC Marl die ersten Wahlprognosen und Hochrechnungen. Nickholz zieht für die SPD in den Bundestag ein.

Brian Nickholz und Ehefrau Jaqueline verfolgen mit Parteifreunden im Vereinsheim des FC Marl die ersten Wahlprognosen und Hochrechnungen. Nickholz zieht für die SPD in den Bundestag ein. © Meike Holz

Haltern war bei Bundestagswahlen bislang immer als sichere Hochburg der CDU gesetzt - als einzige Stadt im Wahlkreis 122. Die mit Abstand stärkste Partei ist sie seit gestern nicht mehr. Bei den Zweitstimmen rutschte sie im Vergleich zur letzten Wahl von 39,2 auf 30,7 Prozent ab und liegt fast gleichauf mit der SPD.

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Deutlicher sind die Abstände bei den Erststimmen. Fast sieben Prozentpunkte trennen Lars Ehm von Brian Nickholz. Aber Ehm, ein versierter Politiker, konnte nicht das gute Ergebnis von Rita Stockhofe einfahren, die 2017 einen klaren Heimvorteil genoss und 45,9 Prozent Zustimmung holte. Wenngleich sie im Gesamt genauso an einem Einzug in den Bundestag scheiterte wie nun Lars Ehm.

Grund zum Jubeln hat die SPD, die noch nie so gut in der Halterner Wählergunst abschnitt. Ebenso euphorisch dürfen die Grünen sein. Sie starteten von 5,8 Prozent bei der letzten Wahl auf 15,5 Prozent durch und können zu Recht in Haltern von einem „phantastischen“ Tag sprechen. Die Bundesebene einmal ausgeklammert: Denn hier blieben sie weit hinter ihrem Ziel zurück, erstmals das Kanzleramt zu besetzen.

Bemerkenswert ist vielleicht noch der doppelt so hohe Anteil an Wählern, die sonstige Parteien angekreuzt und damit eigentlich ihre Stimmen verschenkt haben. Es könnte ein Ausdruck der Unentschlossenheit angesichts von mittelmäßigen Kanzlerkandidaten gewesen sein.

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