Bundesumweltstiftung soll Borkenberge übernehmen

Ehemaliger Truppenübungsplatz Haltern

Jetzt ist es amtlich: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Flächen der ehemaligen Truppenübungsplätze Borkenberge und Lavesum wie erwartet der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Übernahme angeboten. Im Rahmen der dritten Tranche des Nationalen Naturerbes (NNE) soll die Übertragung der Flächen erfolgen.

HALTERN

, 23.01.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundesumweltstiftung soll Borkenberge übernehmen

Der Truppenübungsplatz Borkenberge. Hier soll im nächsten Jahr nach dem Rückzug der Britischen Armee ein Naturrefugium entstehen.

Der Platzteil Borkenberge soll mit 1783 Hektar an die DBU übertragen werden, Lavesum mit "nur" 390 Hektar, da zurzeit noch eventuelle Ansprüche Dritter für die restliche Fläche überprüft werden. "Diese wertvollen Gebiete unseres Nationalen Naturerbes sind bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in guten Händen", begrüßt die örtliche Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe (CDU) die getroffene Entscheidung. "Flora und Fauna bleiben erhalten und gleichzeitig können die Bürgerinnen und Bürger der Region das Gelände der ehemaligen Truppenübungsplätze wieder zu ihrer Erholung nutzen."

Militärische Altlasten

Bis es soweit ist, wird es jedoch vermutlich noch etwas dauern. Denn: Gemeinsam mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und den oberen Naturschutzbehörden der Länder will sich die DBU zunächst noch einen Überblick über die ehemaligen Standortübungsplätze verschaffen. "Wir prüfen neben dem Naturschatz beispielsweise, wie hoch die militärischen Altlasten vor Ort sind", erläutert Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU, das weitere Vorgehen und ergänzt: "In Abstimmung mit den Vertretern der BImA und den Naturschutzbehörden formulieren wir nach der Bereisung für jede Fläche Leitbilder, in denen wir die Naturschutzziele festhalten."

Zudem müsse der für die Altflächen bestehende Rahmenvertrag mit der BImA erweitert werden. "Wir wollen diesen Prozess in den nächsten Monaten erfolgreich abschließen. Erst, wenn wir den Vertrag unterschrieben haben, übernehmen wir die Verantwortung für die Flächen", erklärt Bottermann.

Lebensräume etablieren

Der Naturschutz werde oberste Priorität genießen. "Ehemalige militärisch genutzte Flächen sind oft unzerschnittene Räume, in denen sonst keine Flächennutzungen stattgefunden haben. Durch den geringen Nährstoffeintrag und aufgrund der speziellen Militärnutzungen haben sich kleinräumige, vielfältige Lebensräume etablieren können, die eine besondere Bedeutung für den Naturschutz haben", betont Bottermann.

Seltene Arten sollen durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet werden.

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