Bushaltestellen müssen barrierefrei gestaltet sein

Öffentlicher Nahverkehr

Bis zum 1. Januar 2022 müssen alle Bushaltestellen barrierefrei gestaltet sein. Das besagt das neue Personenbeförderungsgesetz des Bundes, das Anfang 2013 in Kraft getreten ist. In Haltern sind bereits zahlreiche Haltestellen erneuert - trotzdem kommt weiterer Arbeitsaufwand auf die Stadt zu.

HALTERN

, 03.08.2015 / Lesedauer: 2 min
Bushaltestellen müssen barrierefrei gestaltet sein

Vorzeigehaltestelle: Die Bushaltestelle am Halterner Bahnhof wurde bereits komplett nach den neuen Vorgaben umgestaltet.

Das Bundesgesetz trägt den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung, die ein Höchstmaß an Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr fordert. Erhöhte Haltesteige sowie die Installation von Rillen- und Noppenmarkierungen für blinde und sehbehinderte Fahrgäste gehören unter anderem zum Maßnahmenpaket.

287 Bushaltestellen gibt es in Haltern, 60 wurden in den letzten Jahren bereits umgestaltet. „Haltern steht damit vergleichsweise gut da“, sagt deshalb Bürgermeister Bodo Klimpel.

Nicht zu schaffen

„Die komplette Umgestaltung aller Bushaltestellen im Kreis wird nicht bis 2022 zu schaffen sein“, reagiert Martin Schmidt, Geschäftsführer des Nahverkehrsunternehmens Vestische Straßenbahnen, auf die Gesetzesvorgaben.

„Im Kreisgebiet gibt es derzeit weit über 3000 Haltestellen, die von den Bussen der Vestischen angefahren werden, rechnet man die Haltestellen mit, die von anderen Busunternehmen angefahren werden, kommt man sogar auf rund 5000“, sagt Andrea Tamfal, Sprecherin des Kreises Recklinghausen.

Ausnahmen begründen

Nicht alle Haltestellen müssen allerdings zwingend umgestaltet werden. Bei ländlichen, wenig genutzten Haltestellen ist dies nicht unbedingt erforderlich, allerdings fordert das Gesetz, jede Ausnahme zu begründen. Eine Bestandsaufnahme ist dafür zunächst die Voraussetzung.

Diese bereitet derzeit ein Arbeitskreis auf Kreisebene vor, der ein neues Haltestellenkataster als Grundlage für einen neuen Nahverkehrsplan erstellt. Die Arbeitsgruppe tagt einmal pro Quartal. Ihr gehören neben dem Kreis Recklinghausen und der Vestischen auch Vertreter von Behinderten- und Fahrgastverbänden sowie der Städte des Kreises an.

Neuer Nahverkehrsplan

„Der neue Nahverkehrsplan für den Kreis soll 2016 stehen, ab 2017 beginnen wir mit der Umsetzung“, sagt Martin Schmidt. Die Koordinierung der Maßnahmen liegt beim Kreis Recklinghausen, die Ausführung der Arbeiten wäre Sache der Städte.

Möglichst viele Haltestellen sollen bis 2022 so aussehen wie die am Halterner Bahnhof: Dort wurden die Zugänge erhöht, optische und akustische Informationssysteme installiert und Wartehäuschen mit Beleuchtung errichtet. Allerdings ist diese aufwendige Gestaltung nur für stark frequentierte Bushaltestellen zu rechtfertigen.

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