Camp ist jetzt in städtischer Hand

Flüchtlingsunterkunft in Haltern-Sythen

Als Landesunterkunft für Flüchtlinge wird das ehemalige Briten-Camp in Sythen zum 1. September geschlossen, als kommunale Flüchtlingsunterkunft am selben Tag wieder eröffnet.Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Soziales, bestätigte am Dienstag die Übernahme der Gebäude. Gleichzeitig verhandelt die Stadt derzeit mit dem Coesfelder Kreisverband des Roten Kreuzes über eine Kooperation.

SYTHEN

, 30.08.2016, 17:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Camp ist jetzt in städtischer Hand

Zwei Busse brachten am 6. September 2015 die ersten 100 Flüchtlinge nach Sythen in die Landesnotunterkunft.

Vorgesehen ist, dass vier bis fünf DRK-Mitarbeiter vor Ort bleiben. "Wir rechnen mit einigen Tagen Leerstand, zumal wir unsere Aufnahmequote erfüllt haben. Aber wir müssen mit neuen Zuweisungen rechnen. Dann wollen wir gewappnet sein", sagte am Dienstag Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage. Er erinnerte an die Probleme während des enormen Flüchtlingszustromes Ende 2015 und Anfang 2016, als die Stadt händeringend nach Unterkünften suchte.

In Nordrhein-Westfalen sind am Montag 242 neue Flüchtlinge angekommen.

Die Stadt vereinbarte mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümer des Camps, weiter zinsfrei Untermieter bleiben zu können. Zugleich verhandelte sie mit der Bezirksregierung über das Mobiliar. "Wir sind übereingekommen, dass wir einiges gegen kleines Geld übernehmen", sagte Bockey. Dazu zählen beispielsweise die Waschmaschinen.

Selbstversorgung

Denn die Unterkunft wird so eingerichtet, dass Bewohner relativ autark leben können. Es werden unter anderem Küchenzeilen eingebaut, denn die Bewohner bereiten ihre Mahlzeiten künftig selber zu. Statt wie bisher 130 Flüchtlinge ist nun Platz für maximal 100 Personen. Bockey: "Es ist einfach beruhigend, diese Reserve zu haben."

DRK-Vorstand Christoph Schlütermann freut sich, wenn er die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung fortsetzen kann. "Unsere Mitarbeiter kennen sich vor Ort aus und wissen um die Abläufe", sagte er gegenüber der Halterner Zeitung. "Das wäre ein nahtloser Übergang."

Die letzten Flüchtlinge wurden Mitte des Monats nach einem großen Abschiedsfest (wir berichteten) zunächst zu einer Unterkunft am Möhnesee gebracht. Christoph Schlütermann: "Mittlerweile leben sie wieder ganz in der Nähe. In Nottuln, in einer DRK-Unterkunft und das macht sie sehr glücklich."

Aktuell leben in Haltern 487 Flüchtlinge, die meisten stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, 104 aus den Balkanländern.

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