Caritasverbände Haltern und Datteln fusionieren

Gemeinsam stärker

Zwei Jahre hat die Vorbereitung gedauert. Jetzt liegt der Beschluss der Delegiertenversammlung auf dem Tisch: Die beiden Caritasverbände Datteln und Haltern werden zum 1. Oktober verschmelzen. Hauptintention dieser Fusion: Die beiden kleinen Stadtverbände wollen gemeinsam stärker werden.

HALTERN/DATTELN

von Von Uwe Wallkötter

, 06.07.2017, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Präsentierten die Fusionspläne der Caritasverbände Datteln und Haltern: der künftige hauptamtliche Vorstand Johann Härtling (mi.) und die beiden Noch-Vorsitzenden Wolfgang Cornelius (re.) und Ulrich Löbbing (li.).

Präsentierten die Fusionspläne der Caritasverbände Datteln und Haltern: der künftige hauptamtliche Vorstand Johann Härtling (mi.) und die beiden Noch-Vorsitzenden Wolfgang Cornelius (re.) und Ulrich Löbbing (li.).

Und das Ganze unter Führung von Johann Härtling. Der 52-jährige Waltroper löst als hauptamtlicher Vorstand nicht nur die beiden bisherigen Geschäftsführer Heinrich Hoffmann (Datteln) und Wilhelm Grave (Haltern), sondern auch die jetzt noch in der Verantwortung stehenden ehrenamtlichen Vorstände in beiden Städten ab. Neben dem neuen hauptamtlichen Vorstand wird es noch den Caritasrat geben. Ein ehrenamtlicher Aufsichtsrat, dem aus Datteln Wolfgang Cornelius, Marlies Woltering und David Pantförder sowie aus Haltern Dr. Reinhild Tuschewitzki, Manfred-Bennedikt Dyla und Markus Kemper angehören.

Härtling, verheiratet und Vater einer Tochter, wird seinen Dienstsitz in Datteln haben. Wie sich das auf künftige Verwaltungsstrukturen und -mitarbeiter auswirken wird, kann der neue Chef noch nicht sagen. Der fusionierte Verband habe eine Dimension erreicht, die von ehrenamtlichen Vorständen nicht mehr gestemmt werden könne, sagte Wolfgang Cornelius, Vorsitzender der Dattelner Caritas, der zusammen mit seinem Amtskollegen Ulrich Löbbing die Fusionspläne nach der Delegiertenversammlung unserer Redaktion vorstellte.

Jetzt lesen

Nachvollziehbar angesichts der Zahlen, die Cornelius nachschiebt: Der fusionierte Caritasverband verfügt über rund 430 Mitarbeiter, ein Umsatzvolumen von neun Mio. Euro und 460 ehrenamtliche Helfer. Cornelius und Löbbing wissen, dass eine solche Fusion in der Mitarbeiterschaft mit den viel zitierten Synergieeffekten in der Folge auch für Skepsis sorgt. Aber beide betonen, dass kein Mitarbeiter freigesetzt werde. Es gingen lediglich zwei Mitarbeiter in Rente. „Im Gegenteil, wir wollen insbesondere in der Pflege größer werden. Wir werden also eher zusätzliche Mitarbeiter einstellen“, so Ulrich Löbbing.

Vorteile der Fusion aus Sicht der Caritas: Kleine Verbände hätten Stellen meist nur einfach besetzt, bei Krankheit/Urlaub bedeute das einen 100-Prozent-Ausfall. Je größer die Einheit, desto besser könne der Vertretungsfall geregelt werden. Zwei eigene Verwaltungen sorgten für relativ hohe Kosten. Und dies verhindere auch den Aufbau einer zeitgemäßen IT-Infrastruktur.

Mit der Verschmelzung der beiden Stadtverbände zu einer Einheit sind Datteln und Haltern im Bistum kein Einzelfall. Der Trend geht eindeutig zu größeren Einheiten. „Mehr Wettbewerb und stärkere Kundenorientierung haben die Rahmenbedingungen der sozialen Arbeit in der jüngeren Vergangenheit deutlich verändert“, so die Caritas.

Trotz des Konkurrenz- und Kostendrucks will Johann Härtling aber den Auftrag der Caritas, Hilfe für Menschen zu leben, nicht vernachlässigen. „Wir werden auch weiterhin Dinge tun, die nicht unbedingt Geld bringen.“ Härtling weiß: „Das ist ein Spagat. Aber das ist das Spannende an meinem neuen Job. Und darauf freue ich mich.“

Lesen Sie jetzt