Die Corona-Krise bedroht die Existenz der Halterner Jugendherberge

rnJugendherberge Haltern

2020 hätte ein Rekordjahr werden können. Stattdessen ist die Halterner Jugendherberge jetzt geschlossen. Wie es weitergeht, ist zurzeit völlig offen.

Haltern

, 19.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Existenz der Jugendherbergen in Deutschland ist durch die Coronakrise massiv bedroht. Auch in Haltern ist der Betrieb komplett heruntergefahren, seit dem 17. März ist die Einrichtung geschlossen. „Dabei hätte 2020 ein Rekordjahr werden können“, bedauert Leiter Michael Falkenreck die derzeitige Situation.

Die Zahl der Buchungen hatte diese Vermutung nahegelegt. Stattdessen musste Michael Falkenreck die meisten der insgesamt 27 Mitarbeiter in Haltern in Kurzarbeit schicken, ein Schicksal, dass sie mit über 600 Beschäftigten im Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) teilen, zu dem insgesamt 29 Jugendherbergen gehören.

Die zweite Stornowelle rollt

„Durch diese Schließungen und das Verbot von Klassenfahrten ist unser Umsatz quasi über Nacht auf null gesunken“, so Wolfgang Büttner, der Geschäftsführer des DJH-Landesverbandes. Bis zu den Sommerferien wurden nahezu alle Buchungen storniert. Aktuell erlebt der Landesverband eine zweite Stornowelle, die sich auf Buchungen für den Sommer und darüber hinaus bezieht.

Jetzt lesen

Die Liquidität des Verbandes nimmt rapide ab, denn er darf als gemeinnütziger Träger keine Rücklagen bilden, fällt aber ebensowenig unter den Rettungsschirm der Bundesmittel. Gemeinsam mit den weiteren 13 Landesverbänden des Deutschen Jugendherbergswerks appelliert Westfalen-Lippe deshalb dringend an die Politik, auch für die gemeinnützigen Jugendherbergen einen Rettungsschirm aufzuspannen. „Ohne Hilfe werden wir die Krise nicht überstehen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Büttner.

Kontrollgänge am Wochenende
Michael Falkenreck leitet die Jugendherberge in Haltern.

Michael Falkenreck leitet die Jugendherberge in Haltern. © Jürgen Wolter

In der Halterner Jugendherberge hat man die Zeit genutzt, einige anfallende Renovierungsarbeiten vorzuziehen. „Wir haben Zäune gestrichen und die Gartenhäuser, alles Arbeiten, die man bei laufenden Betrieb nicht machen kann“, so Michael Falkenreck. Von montags bis freitags seien außerdem Mitarbeiter vor Ort, um die Vielzahl der Stornierungen zu bearbeiten. „Zum Glück gibt es auch schon neue Buchungen fürs nächste Jahr, die wir bereits vornehmen können“, so der Leiter der Halterner Jugendherberge. Außerdem würden regelmäßige Kontrollgänge auch am Wochenende gemacht, um Vandalismus vorzubeugen.

Jetzt lesen

Grundsätzlich sei das renovierte und erweiterte Halterner Haus im Verbund der Jugendherbergen gut aufgestellt, er hoffe deshalb, dass es auch in Zukunft überleben werde, denn „Haltern ist ein attraktiver Standort“, sagt Michael Falkenreck. Aber dazu, dass betont auch er, seien dringend Hilfen erforderlich.

Lesen Sie jetzt