Coronavirus: 3 Neuinfizierte in Haltern - weiteres Todesopfer im Kreis

Coronavirus

Die Zahl der Infizierten in Haltern ist am Mittwoch um 3 auf 199 gestiegen. Der Inzidenzwert in der Seestadt liegt bei 89,9. Kreisweit gibt es gegenüber Dienstag 135 neue Corona-Fälle und eine Tote.

Haltern

, 28.10.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 4 min
Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter.

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter. © picture alliance/dpa

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kreis Recklinghausen steigt kontinuierlich weiter an: Am Mittwoch (28. Oktober) betrug sie 4385, im Vergleich zu Dienstag sind 135 neue Fälle dazugekommen. Der Inzidenzwert liegt inzwischen bei 149,2.

Als genesen gelten 2968 Menschen - 84 mehr als am Dienstag. Insgesamt 1362 Menschen im Kreisgebiet sind aktuell mit dem Virus infiziert.

In Gladbeck gibt es am Mittwoch (28.10.) einen weiteren Todesfall: eine 91 Jahre alte Frau, die positiv auf das Corona-Virus getestet war, ist verstorben. Bereits am Dienstag informierte der Kreis, dass in der Stadt eine 73-Jährige und eine 83 Jahre alte Frau, die positiv auf das Corona-Virus getestet waren, verstorben sind.

Damit sind insgesamt 55 Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, im Kreis Recklinghausen gestorben.

In Haltern stieg die Zahl der Corona-Infizierten im Vergleich zu Dienstag weiter leicht. 199 Neuinfizierte meldete der Kreis am Mittwoch (28. Oktober) - 3 mehr als am Dienstag. Inzwischen gelten 145 Infizierte als genesen - 2 mehr als am Dienstag. Also sind 54 Personen infiziert. Der Inzidenzwert beträgt 89,8.

In den letzten sieben Tagen hat es im Kreis 916 Neuinfektionen gegeben (Stand 28. Oktober). Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen bei 308 Neuinfektionen, der zusätzlich vom Land zum 1. September eingeführte Grenzwert von 35 liegt umgerechnet bei 215 Neuinfektionen.

Ausschlaggebend für die Umsetzung von Maßnahmen ist allerdings der Inzidenzwert, den das Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG) meldet. Die Wochen-Inzidenz liegt für den Kreis Recklinghausen derzeit bei 140,5. Diese Differenz besteht einerseits, da die Kreisverwaltung jeweils die Inzidenzzahl vom Vormittag veröffentlicht, neue Fälle sind dabei schon eingerechnet. Zum anderen werden die Daten des LZG aus einer anderen Datenbank gespeist, was zu einem zeitlichen Verzug bei der Veröffentlichung der Daten führen kann. Da diese Datenbank keine Aufschlüsselung nach kreisangehörigen Städten ermöglicht, muss der Kreis für die Veröffentlichung auf seine eigene Datenbank zurückgreifen.

Der Kreis Recklinghausen hat offiziell informiert, dass die Warnstufe Rot erreicht ist. Neben einer Maskenpflicht gilt im Kreis Recklinghausen jetzt auch in Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen. Gemäß der Coronaschutzverordnung wird die Teilnehmerzahl für Feste auf 25 Personen reduziert. „Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen mit der Bezirksregierung, dem Landeszentrum Gesundheit und dem Gesundheitsministerium abzustimmen“, informierte Kreis-Pressesprecherin Svenja Küchmeister.

Insgesamt haben sich je nach Kreisstadt so viele Menschen angesteckt:

Kreis stockt Team zur Kontaktverfolgung wieder auf

Die Kontaktnachverfolgung sei einer der wichtigsten Schlüsselbereiche im Kampf gegen die Pandemie, erklärt der Kreis. Nur durch die schnelle Ermittlung und Verfolgung von Kontaktpersonen sei es möglich, Infektionsketten zu unterbrechen, heißt es vom Kreis.

Team wurde verstärkt

Das Team, das zwischenzeitlich aus rund 100 Personen bestand, wurde verstärkt. Dazu wurden externe Kräfte, aber vor allem auch Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt. Letzteres hat erneut zur Folge, dass diese in anderen Verwaltungsbereichen fehlen. Zusätzlich sind außerdem mehr Mitarbeiter beim Infotelefon eingesetzt, das ein deutlich erhöhtes Anrufaufkommen stemmen muss. Dort gehen nicht nur Fragen von Bürgern ein, sondern auch die Rückmeldungen der Reiserückkehrer, die verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Außerdem hatte die Kreisverwaltung einen Hilfeleistungsantrag an die Bundeswehr gestellt. Dieser sei bewilligt worden, hieß es am 21. Oktober. Zehn Soldatinnen und Soldaten sind inzwischen in der Kontaktnachverfolgung im Kreishaus tätig und 15 Bundeswehrmitarbeiter mit medizinischer Ausbildung entlasten das vom Gesundheitsamt beauftragte DRK bei mobilen Abstrichen. Für die Kontaktnachverfolgung soll es aber noch mehr Verstärkung geben: Bis Mitte November werden 40 weitere Personen helfen.

Zunächst wurde der Hilfeleistungsantrag für einen Zeitraum von sechs Wochen bewilligt. Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, kann der Kreis vor Ende der Zeit einen Verlängerungsantrag stellen.

Alle Bereiche der Kreisverwaltung sind weiter für die Bürger da, es kann aber zu einer Verringerung von angebotenen Terminen und längeren Bearbeitungszeiten kommen. Weiterhin gilt, dass der Besuch der Verwaltungsgebäude nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist.

Montags bis donnerstags ist das Team vom Corona-Infotelefon von 8 bis 16 Uhr für die Fragen aus der Bevölkerung da, freitags von 8 bis 12 Uhr.

Reiserückkehrer stellen große Herausforderung dar

Landrat Cay Süberkrüb: „Besonders Reiserückkehrer stellen für das Gesundheitsamt aktuell eine große Herausforderung dar. Leider zeigt sich, dass mehrere Bürger das Virus aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht haben.“ Eine weitere Problematik könne mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen und Kitas entstehen.

Wegen steigender Zahlen wurde auch das Infotelefon personell gestärkt, der Krisenstab erhöht zudem den Rhythmus seiner Sitzungen. „Bitte achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Halten Sie sich weiterhin an Hygieneregeln, Maskenpflicht und Mindestabstände“, appelliert Süberkrüb an die Solidarität der Bürger.

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Lehr- und Kitakräfte können sich ab sofort kostenlos testen lassen

Der Kreis weist darauf hin, dass Lehrkräfte, Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegeeinrichtungen sich ab sofort kostenlos und freiwillig alle zwei Wochen bei ihrem Hausarzt testen lassen können. Dem voraus ging eine Entscheidung auf Bundes- und Landesebene.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Quarantäne zu begeben und beim Gesundheitsamt zu melden. Darüber hinaus gilt gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes, dass sie sich außerdem auf das Corona-Virus testen lassen müssen.

Für die Tests gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Test wird vor der Einreise nach Deutschland durchgeführt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass er nicht älter als 48 Stunden sein darf, von einem zertifizierten Labor durchgeführt worden sein muss und das Ergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorliegt.
  • Der Test wird direkt bei der Einreise am Flughafen vorgenommen. Diese Tests sind für die Einreisenden kostenlos. Wichtig zu berücksichtigen: Auch in diesen Fällen gilt die Quarantäne so lange, bis das schriftliche Testergebnis vorliegt. Die Nachricht auf dem Smartphone genügt nicht, da diese weder personalisiert ist noch Informationen zum Labor enthält, das den Test durchgeführt hat. Gemäß der aktuell gültigen Einreiseverordnung muss zur Quarantäne-Befreiung allerdings eine schriftliche Bestätigung vorliegen.
  • Der Test wird nach der Rückkehr vom Hausarzt durchgeführt. In diesem Fall ist vorher unbedingt telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufzunehmen und der Hinweis auf die Rückkehr aus einem Risikogebiet zu geben.

Reiserückkehrer aus Ländern, die vom RKI nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden sind, können sich gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes ebenfalls kostenlos bei ihrem Hausarzt auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen.

Alle oben genannten Testungen sind gemäß der aktuell gültigen Verordnungen durch die niedergelassenen Ärzte oder durch die von der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichteten Testzentren durchzuführen. Sollte es dabei Schwierigkeiten geben, ist Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen.

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