Coronavirus: Acht neue Fälle in Haltern - Inzidenzwert steigt auf 66,1

Coronavirus

Die Zahl der Infizierten in Haltern ist am Mittwoch um acht auf 165 gestiegen. Der Inzidenzwert steigt auf 66,1. Kreisweit gibt es gegenüber dem Vortag 115 neue Corona-Fälle - insgesamt wurden 3469 Fälle bestätigt.

Haltern

, 21.10.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 4 min
Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter.

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter. © dpa

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kreis Recklinghausen steigt weiter. Am Mittwoch (21. Oktober) betrug sie 3469. Im Vergleich zu Dienstag sind 165 neue Fälle dazugekommen. Als genesen gelten inzwischen 2518 Menschen - 75 mehr als am Dienstag. Insgesamt 902 Menschen im Kreisgebiet sind aktuell mit dem Virus infiziert. Der Inzidenzwert beträgt 93,5.

Erneut meldete der Kreis ein weiteres Todesopfer. In Gladbeck starb ein 77 Jahre alter Mann, der positiv auf das Corona-Virus getestet worden war. Inzwischen gibt es 48 Todesfälle im Kreis Recklinghausen.

Auch in Haltern stieg die Zahl der Corona-Infizierten erneut: Acht weitere Fälle kamen am Mittwoch hinzu - insgesamt 165 meldete der Kreis für die Seestadt (Stand: 21. Oktober). Nach wie vor gelten 133 Infizierte als genesen. Also sind aktuell 32 Personen aktiv infiziert. Der Inzidenzwert ist von 44,9 (Dienstag) auf 66,1 (Mittwoch) gestiegen.

In den letzten sieben Tagen hat es 574 Neuinfektionen gegeben (Inzidenz 93,5). Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen bei 308 Neuinfektionen, der zusätzlich vom Land zum 1. September eingeführte Grenzwert von 35 liegt umgerechnet bei 215 Neuinfektionen.

Ausschlaggebend für die Umsetzung von Maßnahmen ist allerdings der Inzidenzwert, den das Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG) meldet. Dieser liegt für den Kreis Recklinghausen derzeit bei 84,3. Diese Differenz besteht einerseits, da die Kreisverwaltung jeweils die Inzidenzzahl vom Vormittag veröffentlicht, neue Fälle sind dabei schon eingerechnet. Zum anderen werden die Daten des LZG aus einer anderen Datenbank gespeist, was zu einem zeitlichen Verzug bei der Veröffentlichung der Daten führen kann. Da diese Datenbank keine Aufschlüsselung nach kreisangehörigen Städten ermöglicht, muss der Kreis für die Veröffentlichung auf seine eigene Datenbank zurückgreifen.

Der Kreis Recklinghausen hat offiziell informiert, dass die Warnstufe Rot erreicht ist. Neben einer Maskenpflicht gilt im Kreis Recklinghausen jetzt auch in Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen. Gemäß der Coronaschutzverordnung wird die Teilnehmerzahl für Feste auf 25 Personen reduziert. „Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen mit der Bezirksregierung, dem Landeszentrum Gesundheit und dem Gesundheitsministerium abzustimmen“, informierte Kreis-Pressesprecherin Svenja Küchmeister.

Insgesamt haben sich je nach Kreisstadt so viele Menschen angesteckt:

Test-Ergebnisse werden aktiv mitgeteilt

Wie der Kreis kürzlich mitteilte, häufen sich In den letzten Tagen die Nachfragen im Gesundheitsamt, am Corona-Infotelefon und am Terminkoordinierungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes von Anrufern, die ihre Test-Ergebnisse erfragen wollen. Kreisverwaltung und DRK weisen darauf hin, dass die Getesteten ihre Ergebnisse aktiv mitgeteilt bekommen, sobald diese eingegangen sind. Vorherige telefonische Nachfragen können das Verfahren nicht beschleunigen.

Diese Vorgehensweise gilt für alle Tests, die durch die Hilfsorganisationen im Auftrag des Kreises Recklinghausen durchgeführt werden: Wenn ein Befund beim Terminkoordinierungszentrum eingeht, wird die betroffene Person vom DRK angerufen und über das Ergebnis informiert, sofern das Testergebnis „Corona negativ“ lautet. Wer hingegen von einem niedergelassenen Arzt oder im Krankenhaus getestet worden ist, bekommt dort seinen Befund mitgeteilt. Positive Testergebnisse gehen immer auch beim Gesundheitsamt ein. In diesen Fällen werden die Betroffenen von den Teams im Gesundheitsamt angerufen.

Auch die Ergebnisse von Gruppen-Testungen werden aktiv mitgeteilt und nicht auf telefonische Nachfrage. Diese Testergebnisse haben keinen Einfluss auf angeordnete Quarantäne-Maßnahmen. Wer als enge Kontaktperson für 14 Tage in häusliche Isolation muss, wird durch ein negatives Testergebnis nicht davon befreit.

Kreis stockt Team zur Kontaktverfolgung wieder auf

Die Kontaktnachverfolgung sei einer der wichtigsten Schlüsselbereiche im Kampf gegen die Pandemie, erklärte der Kreis kürzlich. Nur durch die schnell Ermittlung und Verfolgung von Kontaktpersonen sei es möglich, Infektionsketten zu unterbrechen, heißt es vom Kreis.

Montags bis donnerstags ist das Team vom Corona-Infotelefon von 8 bis 16 Uhr für die Fragen aus der Bevölkerung da, freitags von 8 bis 12 Uhr.

Mitarbeiter fehlen in anderen Verwaltungsbereichen

Das Team, das zwischenzeitlich aus rund 100 Personen bestand, wurde verstärkt. Dazu wurden externe Kräfte, aber vor allem auch Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt. Letzteres hat erneut zur Folge, dass diese in anderen Verwaltungsbereichen fehlen. Zusätzlich sind außerdem mehr Mitarbeiter beim Infotelefon eingesetzt, das ein deutlich erhöhtes Anrufaufkommen stemmen muss. Dort gehen nicht nur Fragen von Bürgern ein, sondern auch die Rückmeldungen der Reiserückkehrer, die verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Alle Bereiche der Kreisverwaltung sind weiter für die Bürger da, es kann aber zu einer Verringerung von angebotenen Terminen und längeren Bearbeitungszeiten kommen. Weiterhin gilt, dass der Besuch der Verwaltungsgebäude nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist.

Reiserückkehrer stellen große Herausforderung dar

Landrat Cay Süberkrüb: „Besonders Reiserückkehrer stellen für das Gesundheitsamt aktuell eine große Herausforderung dar. Leider zeigt sich, dass mehrere Bürger das Virus aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht haben.“ Eine weitere Problematik könne mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen und Kitas entstehen.

Wegen steigender Zahlen wurde auch das Infotelefon personell gestärkt, der Krisenstab erhöht zudem den Rhythmus seiner Sitzungen. „Bitte achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Halten Sie sich weiterhin an Hygieneregeln, Maskenpflicht und Mindestabstände“, appelliert Süberkrüb an die Solidarität der Bürger.

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Lehr- und Kitakräfte können sich ab sofort kostenlos testen lassen

Der Kreis weist darauf hin, dass Lehrkräfte, Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegeeinrichtungen sich ab sofort kostenlos und freiwillig alle zwei Wochen bei ihrem Hausarzt testen lassen können. Dem voraus ging eine Entscheidung auf Bundes- und Landesebene.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Quarantäne zu begeben und beim Gesundheitsamt zu melden. Darüber hinaus gilt gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes, dass sie sich außerdem auf das Corona-Virus testen lassen müssen.

Für die Tests gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Test wird vor der Einreise nach Deutschland durchgeführt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass er nicht älter als 48 Stunden sein darf, von einem zertifizierten Labor durchgeführt worden sein muss und das Ergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorliegt.
  • Der Test wird direkt bei der Einreise am Flughafen vorgenommen. Diese Tests sind für die Einreisenden kostenlos. Wichtig zu berücksichtigen: Auch in diesen Fällen gilt die Quarantäne so lange, bis das schriftliche Testergebnis vorliegt. Die Nachricht auf dem Smartphone genügt nicht, da diese weder personalisiert ist noch Informationen zum Labor enthält, das den Test durchgeführt hat. Gemäß der aktuell gültigen Einreiseverordnung muss zur Quarantäne-Befreiung allerdings eine schriftliche Bestätigung vorliegen.
  • Der Test wird nach der Rückkehr vom Hausarzt durchgeführt. In diesem Fall ist vorher unbedingt telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufzunehmen und der Hinweis auf die Rückkehr aus einem Risikogebiet zu geben.

Reiserückkehrer aus Ländern, die vom RKI nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden sind, können sich gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes ebenfalls kostenlos bei ihrem Hausarzt auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen.

Alle oben genannten Testungen sind gemäß der aktuell gültigen Verordnungen durch die niedergelassenen Ärzte oder durch die von der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichteten Testzentren durchzuführen. Sollte es dabei Schwierigkeiten geben, ist Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen.

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