Coronavirus: Halterner Brasilien-Unterstützer bitten um Spenden

Spendenaufrufe

In den Favelas Brasiliens bedroht das Coronavirus die Existenz der mittellosen Bewohner. Es gibt keine Hilfen oder Krankenhäuser. Die Brasilien-Cooperative und Ajuda bitten um Spenden.

Haltern

, 12.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In den Favelas Brasiliens sind die Bewohner den Gefahren durch das Coronavirus ungeschützt ausgeliefert.

In den Favelas Brasiliens sind die Bewohner den Gefahren durch das Coronavirus ungeschützt ausgeliefert. © privat

Das Ausmaß der Corona-Krise in den Industrieländern ist erschreckend. Aber was ist mit Ländern wie Brasilien, in denen große Teile der Bevölkerung als arm gelten und das von einem Präsidenten regiert wird, der mit dieser Krise total überfordert ist? Die Brasilien-Cooperative und der Verein „Ajuda-Hilfe für Kinder in Brasilien“ rufen zu solidarischen Hilfsaktionen auf.

Brasiliens Präsident Bolsonaro verharmlost die Gefahr, widerspricht den Empfehlungen der WHO und ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse. Einige Gouverneure haben sich über seine Anweisungen hinweggesetzt und in ihren Bundesstaaten einen „lockdown“ verhängt.

„Die Armen werden an den Krankenhaustüren sterben“

„Es ist eine Frage der Zeit, wann es in den Elendsvierteln zu einem Ausbruch kommt“, schreibt die Cooperative. „In den Favelas gibt es keine Krankenhäuser. Für die medizinische Basisversorgung sind lediglich kleinere Gesundheitsstationen vorhanden. Die Betten in Krankenhäusern bleiben der Mittel- und Oberschicht vorbehalten. „Die Armen werden an den Krankenhaustüren sterben“, so formuliert es Prof. Miguel Srougi von der Universität São Paulo.

Die Mitglieder der Hilfsorganisation Emaús arbeiten in den Favelas.

Mitglieder der Hilfsorganisation Emaús arbeiten in den Favelas. © privat

In den Favelas leben nicht selten acht oder zehn Personen in einer Hütte. Für diese Menschen ist die Krise existenziell. Es gibt für sie keine staatlichen Hilfsprogramme. „Unsere Projektpartner von Emaús haben eine Hilfskampagne ins Leben gerufen, um den ärmsten Familien sofort zu helfen“, erklärt Bernd Kemper von der Brasilien-Cooperative. Es werden sogenannte „cestas básicas“ verteilt, Hilfspakete mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln für eine Woche. „Eine cesta básica kostet 20 Euro, mit 40 Euro können wir eine vierköpfige Familie 14 Tage lang versorgen“, so Kemper.

Es mangelt an frischem Wasser

Auch Ajudas Partner aus Rio und Crato berichten von massiven Problemen. Der Großteil der Bevölkerung geht gerade in den Projektregionen keinen festen Arbeitsverhältnissen nach. Sie gehen auf der Suche nach Einkommen auf die Straße und bringen damit sich und die Gesellschaft in Gefahr. Hinzu kommt, dass es an sauberem, fließendem Wasser fehlt. Es mangelt bereits jetzt akut an Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Die Aktivitäten in den Projekten stehen still – wie Schulen und andere Einrichtungen in Deutschland. Ajudas Partner versuchen in den Vierteln über COVID-19 aufzuklären und die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen. Mit der Kampagne „Wer Hunger hat, hat es eilig“ werden Lebensmittelpakete gesammelt und verteilt.

Auch Ajuda unterstützt seine Partner und schnürt - wie sonst zu Weihnachten - Pakete für Grundnahrungsmittel. Ergänzt werden diese mit Seife und Desinfektionsmitteln. Ein Paket für eine Familie kostet 12,50 Euro.

Die Spendenkonten für die beiden Aktionen

Der Brasilien-Cooperative bittet um Spenden unter dem Stichwort „cesta básica“ auf folgende Konten: DE56 4016 4528 0125 8660 01 bei der Volksbank Südmünsterland oder DE05 4265 1315 0000 0612 18 bei der Sparkasse Haltern. Spendenquittungen können ausgestellt werden. Weitere Informationen sind zu finden unter: www.brasilien-cooperative.de. Spenden für die Ajuda-Projekte sind möglich unter: DE09 4265 1315 0007 0054 73 bei der Stadtsparkasse Haltern am See, Verwendungszweck: Corona. Weitere Informationen unter: www.ajuda-Hilfe.de/corona.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt